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Über die Dichtkunst beim Aristoteles Neu übersetzt und mit Einleitung und einem erklärenden Namen- und Sachverzeichnis versehen von Alfred Gudemann 1921 by Aristotle, 384 BC-322 BC - 5. Man kann ferner die Frage aufwerfe...

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Über die Dichtkunst beim Aristoteles Neu übersetzt und mit Einleitung und einem erklärenden Namen- und Sachverzeichnis versehen von Alfred Gudemann 1921

5. Man kann ferner die Frage aufwerfen, _worin denn_ der...

6. Wenn fern­er getadelt wird, daß die Darstel­lung nicht wahr sei, müßte man den Ein­wand so en­tkräften: Aber _vielle­icht wie sie sein sollte_, wie ja auch _Sophok­les_ gesagt hat, er stelle Men­schen dar, wie sie sein sollen, _Eu­ripi­des_ aber, wie sie sind.

[Side­note: c. 25, 7. Prob­leme und Lö­sun­gen.]

7. Läßt sich aber keins von bei­den be­haupten, so kann man sich da­rauf berufen, daß _man eben so sagt_, wie in den Erzäh­lun­gen über die Göt­ter. Vielle­icht ist es aber wed­er bess­er sie so darzustellen, noch der Wahrheit entsprechend, son­dern es ver­hält sich möglicher­weise damit so, wie es bei _Xeno­phanes_ lautet[80] (1461a) <....>, dann (er­widere man), allein man sagt nun (S. 60) ein­mal so.

8. An­deres wiederum ist zwar _vielle­icht nicht zweck­mäßiger, aber eswar tat­säch­lich ein­mal so_, wie z.B. das über die Waf­fen Gesagte: "_Aber die Lanzen_ | _standen em­por auf dem Fuße des Schaftes_[81], solchen Brauch näm­lich be­fol­gte man damals, wie auch heute noch die Il­lyri­er.

9. In der Beurteilung der Frage, _ob das von je­mand Gesagte oder Getane sit­tlich gut oder nicht ist_, muß man nicht nur die Hand­lung und die Eede selb­st in Be­tra­cht ziehen und da­rauf acht­en, ob sie edel oder gemein ist, son­dern auch den Han­del­nden oder Re­den­den ins Auge fassen (und un­ter­suchen) im Ver­hält­nis, zu wem oder wann oder zu wessen Gun­sten oder zu welchem Zweck (es geschieht), z.B., ob eines größeren Gutes we­gen, das er­re­icht, oder eines größeren Übels we­gen, das ver­hütet wer­den soll.

10. An­dere Ein­wände muß man durch Beobach­tung des _sprach­lichen Aus­drucks_ be­seit­igen, z.B. durch An­nahme ein­er _Glosse_. “_Die Mäuler zuerst_.”[82] Vielle­icht meint näm­lich (der Dichter) mit dem Worte _ourēas_, nicht “Maulti­er”, son­dern die “Wächter”. Und von Dolon sagt er: “_Der von Gestalt (ei­dos) zwar häßlich_”[83]. Damit beze­ich­net er nicht einen uneben­mäßi­gen Kör­per, son­dern ein häßlich­es Gesicht; ge­brauchen doch die _Kreter_ das Wort _eu­ei­des_ (= schöngestal­tet) im Sinne von _eu­prosōpon_(= schön von Antlitz). Fern­er, “_Mis­che reineren Wein_”(zōróteron),[84] d.h. nicht ungemis­cht­en Wein, wie für Trunk­en­bolde (S. 61) son­dern (mis­che) “schneller.”

11. Ein an­deres ist _metapho­risch_ gesagt z.B.

/* “_Alle nun­mehr, so Göt­ter wie rossegerüstete Krieger Schliefen die ganze Nacht_” */

und doch heißt es un­mit­tel­bar da­rauf

/* “_Siehe, so oft er sein Aug' hin­wandte zum trois­chen Felde. Der Sy­rin­gen und Pfeifen Getön und der Menge_.”[85] */

Jenes, “_Alle_” wird an Stelle von “Viele” metapho­risch gesagt, denn ein “Alles” ist nur eine Art des “Vie­len”.

Auch jenes “_allein nicht teil­nimmt_”[90] ist metapho­risch zu ver­ste­hen, denn das “bekan­nteste” ist (hi­er) das “alleinige”.

12. Fern­er kann man auf Grund der _Prosodie_ (Ein­wände wider­legen), wie _Hip­pias_ der Thasi­er dies tat in jen­em “_wir gewähren_ (dí­domen) _ihm aber_”[87] und “_Das zum Teil durch den Re­gen ver­fault_”[88].

[Side­note: c. 25, 13. Prob­leme und Lo­sun­gen.]

13. Wieder an­deres ver­mit­telst der _In­ter­punk­tion_, wie z.B. _Empe­dok­les_[89] sagt:

/* “_Schnell er­wuchs als sterblich, was­früher un­sterblich sich wußte, Und als gemis­cht, was lauter zu­vor_.” */

[Side­note: c. 25, 14. Prob­leme und Lö­sun­gen.]

14. An­deres so­dann durch die An­nahme ein­er _Am­phi­bolie_ (S. 62) (Dop­pelsinn):

/* “_Von der Nacht entschwand der größere Teil_”[91] */

denn der Aus­druck “größere” (_pleíō_) ist dop­pelsin­nig.

15. An­dere _Be­denken_ (lösen sich) mit Beru­fung auf den _Sprachge­brauch_: Ein Mis­chgetränk, sagt man, sei Wein.

Nach diesem Gesicht­spunkt wurde gebildet:

/* “_Schiene von neu­bere­it­etem Zinne_”[92], */

nen­nt man doch die Eisen­schmiede auch Kupfer­ar­beit­er.

Wiederum nach dem­sel­ben Gesicht­spunkt heißt es: Ganymed /* “_schenkt dem Zeus Wein ein_”, */

ob­wohl sie (die Göt­ter) keinen Wein trinken[93]. Doch kön­nte man dieses Beispiel auch als Meta­pher auf­fassen.

16. Man muß auch, wenn ein Wort et­was _Wider­sprechen­des_ zu beze­ich­nen scheint, un­ter­suchen, wie vielfach es diesen Sinn an der (be­tr­ef­fend­en) Stelle haben kann, wie z.B. in jen­em “_Da hielt die eherne Lanze an_”[94], wie vielfach es dort den Sinn “hem­men” an­nehmen kann.

17. Ob so oder wie je­mand die Sache vorzugsweise (1461b) auf­fassen möchte, ist zu er­wä­gen, im Gegen­satz zu dem Ver­fahren, von dem _Glaukon_ berichtet. Einige gehen von grund­losen Vo­raus­set­zun­gen aus und nach dem sie eigen­mächtig ein richter­lich­es Urteil gefällt (S. 63) haben, bauen sie Schlüsse da­rauf und tadeln dann den Dichter, falls sie auf et­was stoßen, das ihrer (vorge­faßten Mei­nung wider­spricht, weil er nicht das gesagt hat, was in ihren Kram paßt. So erg­ing es mit den Erörterun­gen über _Ikar­ios_. Man geht näm­lich von der Vo­raus­set­zung aus, er sei ein _Lakone_. Es schien da­her un­gereimt, daß _Telema­chos_, als er nach _Spar­ta_ kam[95], mit ihm nicht zusam­mengetrof­fen sei. Es ver­hielt sich damit aber vielle­icht so, wie die _Kephal­le­nier_ bericht­en. Sie erzählen, daß Odysseus sich bei ih­nen seine Frau geholt habe und es sei _Ika­dios_ und nicht _Ikar­ios_ (sein Schwiegervater). Dem­nach ist es wahrschein­lich, daß jenes Prob­lem einem Mißver­ständ­nis entsprun­gen ist.

18. Im all­ge­meinen muß man das _Un­mögliche_ in der Dich­tung en­twed­er auf das _Zweck­mäßigere_ oder auf die _herrschende Mei­nung_ zurück­führen. Denn für die Dich­tung ist das glaub­haft Un­mögliche dem zwar Unglaub­haften, je­doch Möglichen vorzuziehen Mag es nun auch vielle­icht un­möglich sein, daß es solche Per­so­nen gibt, wie sie z.B. _Zeux­is_ zu malen pflegte, so ist es doch zweck­mäßig (sie so darzustellen), denn dem Ide­al gebührt der Vor­rang.

19. _Das Ver­nun­ftwidrige muß man auf das, was die Leute sagen, zurück­führen_ und man kann es sowohl in dieser Weise recht­fer­ti­gen, wie auch damit, daß es zuweilen ja gar nicht ver­nun­ftwidrig sei, da es wahrschein­lich ist, daß et­was auch gegen die Wahrschein­lichkeit sich ereignet.

[Side­note: c. 25, 20. Prob­leme und Lö­sun­gen.]

20. _Das in wider­spruchsvoller Weise Gesagte soll man so prüfen, wie die Wider­legun­gen in der Di­alek­tik_, ob es sich um das Näm­liche oder ob es in der­sel­ben Beziehung oder der­sel­ben (S. 64) Art und Weise gilt, mithin auch der _Dichter_ en­twed­er gegen das, was er selb­st sagt, oder gegen das, was ein vernün­ftiger Men­sch vo­raus­set­zen würde, (sich in Wider­spruch ver­wick­eln darf).

21. Gerecht dage­gen ist der Tadel, sowohl gegen Ver­nun­ftwidrigkeit wie Schlechtigkeit, wenn (der Dichter) ohne je­den äußeren Zwang sich des Ver­nun­ftwidri­gen be­di­ent, wie z.B. Eu­ripi­des im Falle des _Aigeus_[96], oder der Charak­ter­schlechtigkeit, wie im _Orestes_[97] der des _Menelaos_.

22. Die Ein­wen­dun­gen ergeben sich dem­nach aus _fünf Arten_, denn en­twed­er _tadelt_ man et­was als _un­möglich_ oder als _ver­nun­ftwidrig_ oder als _sit­ten­verderblich_ oder als _wider­spruchsvoll_ oder als _einen Ver­stoß gegen die tech­nis­che Kun­strichtigkeit_. Die _Lö­sun­gen_ (Wider­legun­gen) aber sind nach den aufgezählten Un­ter­abteilun­gen zu be­tra­cht­en deren es _zwölf_ gibt.

* * * * *

KAPI­TEL XXVI

1. Man kön­nte nun die Frage aufw­er­fen, _ob die epis­che nachah­mende Darstel­lung oder die tragis­che die vorzüglichere sei_. Ist näm­lich die min­der plumpe die vorzüglichere, der Art ist aber die, welche auf ein besseres (gebilde­teres) Pub­likum Bezug nimmt, so ist of­fen­bar diejenige nachah­mende Darstel­lung, die sich an Krethi und Plethi wen­det, eine plumpe. In der Überzeu­gung näm­lich, die Zuschauer wür­den kein Ver­ständ­nis (für die Darstel­lung) zeigen, falls er (der Schaus­piel­er) nicht sein­er­seits et­was dazu (S. 65) beiträgt, so be­we­gen sich diese in starken Ver­renkun­gen; es wälzen sich z.B. die stüm­per­haften Flötis­ten, wenn es gilt den Diskuswurf nachah­mend darzustellen und zer­ren den Chor­führer (am Gewände), wenn sie die _Skyl­la_ blasen.

2. Die Tragödie ist nun der Art, wie auch die äl­teren Schaus­piel­er ihre Nach­fol­ger beurteil­ten, denn _Myn­niskos_ nan­nte den _Kallipi­des_, weil er gar zu sehr über­trieb, einen _Kallias_[98] und in einem ähn­lichen (üblen) Rufe stand auch _Pin­daros_. Wie sich nun (1462a) jene (äl­teren Schaus­piel­er) zu diesen ver­hal­ten, so ver­halte sich die ganze (tragis­che) Kun­st zur epis­chen Dichtkun­st. Diese, so be­hauptet man, wende sich an hochste­hende Zuschauer, die kein­er (tänzel­nden) Be­we­gun­gen bedür­fen, die tragis­che dage­gen an niedrige. Wenn sie dem­nach eine plumpe Kun­st ist, so sei sie of­fen­bar auch die tiefer ste­hende.

3. Allein _er­stens_ ist das eine An­klage _gar nicht gegen die Dichtkun­st, son­dern gegen die Vor­tragskun­st_, denn es kann auch der Rhap­sode durch Be­we­gun­gen übertreiben, wie dies _So­sis­tratos_ getan und (eben­so) bei den mu­sis­chen Wet­tkämpfen, wie dies _Mn­asitheos_ der Op­un­tier getan. So­dann ist keineswegs jede Kör­per­be­we­gung zu ver­wer­fen, da ja auch der Tanz nicht ver­wor­fen wird, son­dern nur die Be­we­gung von Stüm­pern, wie ja auch _Kallipi­des_ getadelt wurde und heutzu­tage an­dere, weil sie freie Frauen nachah­mend darzustellen nicht ver­stän­den.

[Side­note: c. 26, 4. Vorzug der Tragödie vor dem Epos.]

4. Fern­er er­re­icht die Tragödie auch ohne (schaus­pielerische Be­we­gung _ihren Zweck, genau so wie die epis­che Dich­tung_, denn schon durch die bloße Lek­türe zeigt sie, von welch­er Art sie ist. Wenn sie (S. 66) al­so im übri­gen wenig­stens (dem Epos) über­legen ist, braucht ihr je­den­falls jen­er Tadel nicht notwendig anzuhaften.

5. So­dann (2) (ist sie über­legen) _weil sie alles be­sitzt was die epis­che Dich­tung hat_, denn auch das­selbe Metrum kann sie an­wen­den und darüber hin­aus hat sie einen nicht unbe­deu­ten­den Teil an der musikalis­chen Auf­führung und den szenis­chen Ausstat­tun­gen durch welche die Lus­tempfind­un­gen über­aus lebendig ver­wirk­licht wer­den. So­dann übt sie diese lebendi­ge Wirkung auch aus sowohl bei der Lek­türe wie bei den (tat­säch­lichen) Auf­führun­gen.

6. Fern­er (3) _er­re­icht die Tragödie das Ziel_ (1462b) _der_ nachah­menden Darstel­lung _in­ner­halb eines kleineren Um­fangs_; denn was gedrängter ist, ist an­genehmer, als was mit viel Zeitaufwand (wie mit Wass­er) ver­mis­cht ist. Ich denke dabei an fol­gen­des: Wenn je­mand den _Oidi­pus_ des _Sophok­les_ in so viel Verse set­zen würde wie die _Il­ias_ hat <....>.

7. Endlich (4) ist die _epis­che Dich­tung eine weniger ein­heitliche_ nachah­mende Darstel­lung. Be­weis dafür ist, daß aus jed­er be­liebi­gen nachah­menden Darstel­lung sich mehrere Tragö­di­en bilden lassen, so­daß, selb­st wenn sie (die Epik­er) eine ein­heitliche Fa­bel schaf­fen soll­ten, diese, en­twed­er abge­hackt, falls kurz dargestellt oder, falls sie mit der Aus­dehnung der (epis­chen) Vers­gat­tung gle­ichen Schritt hält, wässerig er­scheinen würde. Ich meine damit, wenn es (das Epos) z.B. aus mehreren Hand­lun­gen sich zusam­menset­zt wie die _Il­ias_ viele de­rar­tige Teile hat und die _Odyssee_, Teile, die auch für sich schon eine (genü­gende) Aus­dehnung be­sitzen. Und doch hat er (Homer) diese Gedichte in der denkbar tr­ef­flich­sten Weise gebaut und es ist seine nachah­mende Darstel­lung, soweit dies nur ir­gend möglich, die ein­er ein­heitlichen Hand­lung. (S. 67)

8. Wenn dem­nach sie (die Tragödie) in all diesen (Vorzü­gen) _über­legen_ ist und überdies in­dem _Ziel_ der Kun­st--denn diese (Dichtarten) sollen nicht jede be­liebige Lus­tempfind­ung erzeu­gen, son­dern nur die bere­its er­wäh­nte--so leuchtet ein, _daß sie vortr­ef­flich­er als die epis­che Dich­tung ist_, in­dem sie ihren Endzweck voll­ständi­ger er­re­icht.

[Side­note: c. 26, 9. Vorzug der Tragödie vor dem Epos.]

9. Über die Tragödie al­so und das Epos sowohl an sich wie über ihre Arten und Be­standteile, wie viele deren sind und wie sie sich un­ter­schei­den, welch­es die Ur­sachen ihres Er­folges oder Mißer­folges sind, und über die Prob­leme und deren Lö­sun­gen mag de­rar­tiges gesagt sein....

* * * * *

NA­MEN­VERZE­ICH­NIS[99] (S. 68)

Agath­on (c. 447--400): c. 9, 5. 18, 4. 5. 6. Berühmter, von Aris­tote­les hochgeschätzter Tragik­er. Sein er­ster Sieg (417/6) liegt der Rahmen­erzäh­lung von Pi­atons Gastmahl zu­grunde, an dem er auch als Un­terred­ner teil­nimmt. Seine Selb­ständigkeit und Orig­inal­ität kennze­ich­nen die allerd­ings nicht lobenswerte Loslö­sung der Chorgesänge von der Hand­lung durch Ein­le­gung von In­ter­mezzi (Em­boli­ma) und beson­ders seine völ­lig freier­fun­dene Tragödie _An­the_, früher fälschlich _An­thos_ “Blume” und seit Wel­ck­er oft auch _An­theus_ betitelt.

_Aias_dra­men: c. 18, 2. Solche gab es außer dem er­hal­te­nen des Sophok­les auch von Ais­chy­los (“Waf­fen­gericht”), Karki­nos, Theodek­tes, Asty­damas d. J., Livius, En­nius, Pacu­vius, Ac­cius und Au­gus­tus. In dem Wettstre­it um die Waf­fen des Achilles siegte Odysseus. Diese Nieder­lage nahm sich Aias so zu Herzen, daß er in Wahnsinn ver­fiel. In diesem Zu­stande richtete er unter ein­er Viehherde ein Blut­bad an in dem Glauben, seine Feinde, Agamem­non und Odysseus, zu ver­nicht­en. Als er dann wieder zu sich kam und seinen Ir­rtum erkan­nte, stürzte er sich aus Scham in sein Schw­ert. Aus dieser In­halt­süber­sicht er­sieht man, daß Aris­tote­les das Dra­ma mit Recht zu den pa­thetis­chen zählt.

_Aigisthos_: c. 13, 6. Der Buh­le der Kly­taimes­tra, Mörder des Agamem­non und von deren Sohn, Orestes, getötet (Ais­chy­los' Agamem­non und Choephoren, Soph. und Eu­rip. Elek­tra).--Die Komödie, auf die hi­er ange­spielt wird, war ver­mut­lich von Alex­is, einem der berühmtesten Vertreter der so­ge­nan­nten mit­tleren Komödie und Zeitgenossen des Aris­tote­les.

_Ais­chy­los_ (525/4--456): c. 4, 9. In der Po­et­ik kaum berück­sichtigt, ja Aris­tote­les ig­nori­ert sog­ar den tril­ogis­chen Auf­bau sein­er Dra­men, was c. 18, 4 ger­adezu bestätigt, nicht wider­legt wird.

/# _Choephoren_: c. 16, 4. Elek­tra er­schließt die Ankun­ft ihres Brud­ers aus der Haar­locke am Al­tar und aus Fuß­tapfen. In dem von Aris­tote­les gebilde­ten Syl­lo­gis­mus läßt sich nicht erken­nen ob zu “ähn­lich”, “Orestes” oder “mir” zu ergänzen ist. Nach der Art, wie Sophok­les, Eu­ripi­des und Aristo­phanes auf diese Erken­nungsszene an­spie­len, ist das er­stere, mit alleiniger (S. 69) Berück­sich­ti­gung der Haar­locke, wahrschein­lich­er.

_Myser_: c 24, 9. Der Held der nicht er­hal­te­nen Tragödie war Tele­phos, der Sohn des Her­ak­les und der Auge. Er war nach sakralem Brauch zum Schweigen verurteüt, bis er sich von ein­er Blutschuld gere­inigt hat­te. Densel­ben Stoff be­han­del­ten Sophok­les, Agath­on, Niko­ma­chos und auch Eu­ripi­des, doch spricht das bei Ais­chy­los sehr be­liebte Schweigmo­tiv mehr dafür, daß dessen Dra­ma hi­er gemeint, ist.

_Niobe_: c. 18, 4. Wer den ganzen Sagen­stoff be­han­delt hat, wis­sen wir nicht. Tragö­di­en des­sel­ben Ti­tels gab es aber von Sophok­les und einem gewis­sen Meli­ton.

_Philok­tet_: c. 22, 5. 23, 4. Nicht er­hal­ten, doch ken­nen wir seine Be­hand­lung im Ver­gle­ich zu der des Sophok­les (er­hal­ten) und Eu­ripi­des aus Dio Chrysos­to­mos.

_Phorki­den_: c. 18, 2. Ein 339 wieder aufge­führtes Satyr­dra­ma dessen In­halt un­bekan­nt ist, doch scheint Perseus der Held gewe­sen zu sein.

_Prometheus_: c. 18, 2. Es ist nicht zu entschei­den, ob der uns er­hal­tene oder der “Gelöste Prometheus” hi­er gemeint ist. #/

_Alki­noos_, Mär des: S. Homer.

_Alk­me­on_: c. 18, 4. 14, 4. Er­mordete seine Mut­ter Eri­phyle. Ein viel­be­han­del­ter Tragö­di­en­stoff, so von Sophok­les, Eu­ripi­des, Agath­on, Niko­ma­chos, Eu­are­tos, Theodek­tes und Asty­damas d. Äl­teren (c. 14, 5).

[_Am­phiaraos_]: S. Karki­nos.

_An­the_: S. Agath­on.

_Antigone_: S. Sophok­les.

_Ar­gas_: c. 2, 3. Falls die Lesart richtig, wohl iden­tisch mit dem Dichter und Kithar­oden, einem Zeitgenossen des Aris­tote­les. Der Ti­tel des Nomos ist aus­ge­fall­en.

_Ariphrades_: c. 22, 6. Wohl der Ver­fass­er ein­er Schrift über den tragis­chen oder den dich­ter­ischen Stil über­haupt. Nicht iden­tisch mit dem von Aristo­phanes gegeißel­ten Lüstling.

_Aristo­phanes_ (c. 450--385): c. 3, 2. Die Art der Er­wäh­nung zeigt, daß schon zur Zeit des Aris­tote­les, der der “al­ten Komödie” nicht beson­ders fre­undlich gesin­nt war, Aristo­phanes bere­its als der Hauptvertreter der Gat­tung an­erkan­nt war.

_Asty­damas_ (Ende des 4. Jahrh.): c. 14, 5. Ur­großn­effe des Ais­chy­los, sein Sohn gle­ichen Na­mens und sein Vater waren eben­falls tragis­che Dichter. Er soll 240 Tragö­di­en ver­faßt haben, von de­nen nur 18 Verse er­hal­ten sind, von dem hi­er genan­nten “Alk­me­on” kein einziger.

_C_. s. auch unter K. (S. 70)

_Chaire­mon_: c. 1, 5. 24, 5. Äl­ter­er Zeitgenosse des Aris­tote­les, gewöhn­lich als Ver­fass­er von Lese­dra­men genan­nt, zu de­nen wohl auch sein “Ver­wun­dete Odysseus” gehörte den Aris­tote­les vielle­icht in c. 14, 5 im Auge hat­te. S. unter Sophok­les Odysseus Akan­tho­plex. Das hi­er er­wäh­nte poly­metrische Gedicht “Der Ken­taur” muß eine Art Epyl­lion, das zum Vor­trag bes­timmt war, gewe­sen sein, da es als eine Rhap­sodie beze­ich­net wird. Wenn es ein­mal auch als “poly­metrisches Dra­ma” zi­tiert wird, so geschah dies wohl we­gen einiger in jam­bis­chen Trime­tern ver­faßten Di­alog­par­tien.

_Chion­ides_: c. 3, 4. Der äl­teste at­tis­che Komö­di­en­dichter, dessen er­ster Sieg in das Jahr 487 fällt. Die unter seinem Na­men zur Zeit des Aris­tote­les im Um­lauf gewe­se­nen Komö­di­en waren aber Fälschun­gen. S. auch Magnes.

_Choephoren_: S. Ais­chy­los.

[_Danaos_]: S. Theodek­tes.

_Dikaio­genes_: c. 16, 3. Tragik­er und Dithyra­mben­dichter, Zeitgenosse des Agath­on. Neben den _Ky­priern_ wird noch eine Tragödie “Medea” genan­nt. In jen­er scheint Teukros der Held gewe­sen zu sein. Nach dem Tode seines Vaters, Tela­mon, der ihn ver­stoßen hat­te, kehrte er in seine Heimat Salamis zurück, woselb­st sich die hi­er er­wäh­nte Erken­nungsszene zuge­tra­gen haben wird. Aus der Art, wie Aris­tote­les da­rauf an­spielt läßt sich schließen daß er die Tragödie bei seinen Zuhör­ern als bekan­nt vo­raus­set­zen kon­nte.

_Diony­sios_: c 2, 2. Berühmter Maler aus Kolophon, Zeitgenosse des Polyg­not, mit dem er auch son­st zusam­mengestellt wurde. Er war ihm in vielem nicht unähn­lich, nur daß ihm die Er­haben­heit abging, was mit dem ihm hi­er zugeschriebe­nen Re­al­is­mus sich wohl vere­ini­gen läßt.

_Dolon_: c. 25, 10. Der tro­janis­che Held der so­ge­nan­nten Doloneia in B. X der Il­ias.

_Elek­tra_: S. Sophok­les.

_Empe­dok­les_ (blühte um 450) aus Agri­gent: c. 1, 5 [21, 4]. 25, 13. Berühmter Dichter­philosoph, auch Natur­forsch­er. Arzt, Red­ner und Priester. Sehr zahlre­iche, zum Teil um­fan­gre­iche Frag­mente er­hal­ten. Wenn er in dem Di­alog “Über die Dichter”, im Gegen­satz zu 1, 5, ger­ade als Dichter ver­her­rlicht und mit dem Beina­men “home­risch” geehrt wird, so ist dies nur ein schein­bar­er Wider­spruch, da jenes Loblied ver­mut­lich dem Gesprächs­geg­ner des Aris­tote­les in den Mund gelegt wor­den war. Überdies wird er an un­ser­er Stelle von einem an­deren (S. 71) Gesicht­spunkt aus beurteilt.

_Epichares_: c. 22, 4. Ein fin­giert­er, aber auch son­st bezeugter Eigen­name.

_Epichar­mos_ (blühte Ende des 6. Jahrh.): c. 3, 4. Ein­er der berühmtesten griechis­chen Komö­di­en­dichter, von dessen, wie es scheint, “Dra­men” betitel­ten Werken wir noch sehr zahlre­iche Über­reste, je­doch nur kleineren Um­fangs be­sitzen. Er war in Kras­tos (Sizilien), nicht Kos, ge­boren, wirk­te aber als Dichter in dem hy­bläis­chen Megara und in Syrakus. Es waren dies dorische Kolonien, da­her die Ansprüche der Dor­er auf die Erfind­ung der Komödie. Das “um vieles äl­ter” darf in dieser ten­den­ziösen Be­we­is­führung nicht zu wörtlich genom­men wer­den.

_Eri­phyle_: S. Alk­me­on.

_Eu­klei­des_: c. 22, 4. Durch den Zusatz “der Alte” von den vie­len, auch bekan­nten Na­mensvet­tern un­ter­schieden. Gegen die neuerd­ings aus­ge­sproch­ene Ver­mu­tung, er sei mit dem berühmten athenis­chen Ar­chon und Re­for­ma­tor des at­tis­chen Al­pha­bets (403) iden­tisch spricht bei Aris­tote­les, seinem jün­geren Zeitgenossen, ger­ade jen­er Zusatz. Eher kön­nte man an den Be­grün­der der megarischen Philosophen­schule, den Fre­und des Sokrates und Pla­ton, denken.

_Eu­ripi­des_ (485--407/6): c. 13, 4. 17, 3. 18, 4. 6. 25, 6. Der jüng­ste der drei großen Tragik­er. Der häu­fige Tadel des Aris­tote­les richtet sich gegen dessen man­gel­hafte Tech­nik.

/# (_Elek­tra_: c. 13, 6. 14, 4. Orestes und Aigisthos. Per­so­nen im Dra­ma.

_Iphi­geneia in Aulis_: c. 15, 5. Der hi­er aus­ge­sproch­ene Tadel ist von Schiller en­er­gisch zurück­gewiesen wor­den.

_Iphi­geneia_, Tau­rische: c. 14, 9. 16, 2. 5. 17, 3. --: c. 11, 4. 16, 2. Per­son im Dra­ma, eben­so Orestes in c 11, 4. 16, 2. Dieses Dra­ma und der Oed. Tyr. des Sophok­les sind dem Aris­tote­les die zwei Muster­tragö­di­en.

_Kre­spho­ntes_: c. 14, 9. Eines sein­er berühmtesten Dra­men, das noch zu Plutarchs Zeit­en seine er­schüt­ternde Wirkung nicht ver­fehlte und in der Neuzeit sehr oft nachgeahmt wurde (s. Less­ing, Hamb. Dram. St 37--50) Der In­halt ist uns haupt­säch­lich aus den sog. Fa­beln des Hy­gin (184) bekan­nt. Merope im Be­griff einen im Schlafe liegen­den Jüngling, den sie für den Mörder ihres Sohnes Kre­spho­ntes hält, mit dem Beil zu er­schla­gen, erken­nt in ihm noch rechtzeit­ig ihren eige­nen Sohn. Bei­de töten so­dann im Vere­in den Usurpa­tor Polyphontes, der den Gat­ten der Merope er­mordet und die Witwe gezwun­gen (S. 72) hat­te ihn zu heirat­en. Vgl. Ham­let und Richard III.

_Medea_: c. 14, 4. 15, 7. 25, 21. Der Tadel an let­zter Stelle bezieht sich doch wohl auf die schein­bar un­mo­tivierte Ein­führung des Aigeus, nicht auf das so betitelte Dra­ma des­sel­ben Dichters.

_Mela­nippe_ die Weise, im Un­ter­schiede von Mela­nippe die Gefan­gene des­sel­ben Dichters: c. 15, 5. Die An­spielung bezieht sich auf ihre berüchtigte Vertei­di­gungsrede, in der sie sich mit so­phis­tis­chen Grün­den be­müht, ihrem Vater zu be­weisen daß ihre dem Po­sei­don heim­lich ge­bore­nen Kinder auch von ein­er Kuh zur Welt ge­bracht und gesäugt wer­den kon­nten, ohne die Naturge­set­ze zu ver­let­zen. Die An­fangsworte sind uns zufäl­lig er­hal­ten.

_Orestes_: c 15, 5. 25, 21. Darin spielt Menelaos eine charak­ter­lose Rolle.

_Philok­tetes_: c. 22, 5. S. Ais­chy­los' Philok­tetes.

_Troerin­nen_: c. 23, 4. S. Il­ias, die Kleine. #/

[_Eu­rypy­los_]: S. Sophok­les.

_Ganymedes_: S. Prob­leme.

_Glaukon_: c. 25, 17. Wohl ein Gram­matik­er. Da zahlre­iche Schrift­steller densel­ben Na­men tra­gen, ist eine Iden­ti­fizierung nicht möglich. Nur an den Rhegin­er, den äl­testen Homer-​erk­lär­er, der überdies Glaukos, nicht Glaukon hieß, darf man schon we­gen des In­halts des Zi­tats nicht denken.

_Hades_dra­men: c. 18, 2. Dra­men mit dem Schau­platz in der Un­ter­welt waren: Ais­chy­los' Sisyphos der Stein­wälz­er, Eu­ripi­des' (Kri­tias?) und Achaios' Peirithoos.

_Hai­mon_: S. Sophok­les Antigone.

_Hege­mon_ v. Tha­sos (Ende des 5. Jahrh.): c 2, 3. Berühmter Par­ode und auch Komö­di­en­dichter, von Aris­tote­les zuerst er­wäh­nt, später sehr häu­fig. Er­hal­ten sind ein län­geres Frag­ment (21 Hex­am­eter) und zwei Trime­ter.

_Helle_: c. 14, 9. Ver­lorene Tragödie eines wohl berühmten Dichters, da Aris­tote­les seinen Na­men zu nen­nen nicht für nötig hält. Auch von der hi­er zu­grun­deliegen­den Sagen­ver­sion, die von der son­sti­gen Über­liefer­ung völ­lig ab­we­icht, ist uns keine Kunde er­hal­ten, doch wußte man von drei _Söh­nen_, die sie dem Po­sei­don ge­boren hat­te.

_Her­ak­leis_: c. 8, 2. Her­ak­le­sepen dichteten Ki­naithon (c. 750), Peisan­dros (c. 650) und Pa­nya­sis, der Onkel des Herodot, 9000 Verse in 14 B. Nur von diesem sind einige Bruch­stücke er­hal­ten.

_Hermokaikox­an­thos_: c. 21, 1. Ein aus drei Fluß­na­men (S. 73) des west­lichen Kleinasiens, Her­mos, Kaïkos, Xan­thos, gebildetes Kom­posi­tum. Nach der Lesart der ara­bis­chen Über­set­zung waren de­rar­tige Zusam­menset­zun­gen bei den Be­wohn­ern von Mas­salia (Mar­seille) üblich und zwar soll die hi­er er­wäh­nte ein lokaler Beiname des Zeus gewe­sen sein.

_Herodot_ (blühte um 450): c. 9, 2. Der “Vater der Geschichte”. Seine Ver­wen­dung als typ­is­ches Beispiel ver­dankt er nicht so sehr der Wertschätzung seit­ens des Aris­tote­les, als dem Um­stand, daß das vielfach dich­ter­ische Kolorit seines Werkes ihn im Zusam­men­hange ganz beson­ders zur Ex­em­pli­fizierung geeignet er­scheinen ließ. Der von Aris­tote­les rein hy­po­thetisch geset­zte Fall ist übri­gens bei Livius tat­säch­lich einge­treten, der von Fes­tus Avienus (4. Jahrh n. Chr.) in Jam­ben über­tra­gen wurde.

_Hip­pias_ von Tha­sos: c. 25, 12. Nur hi­er genan­nt, denn seine Er­wäh­nung bei einem späten Erk­lär­er des Aris­tote­les, es han­delt sich um das­selbe “Prob­lem”, geht auf un­sere Stelle zurück.

_Homer_: c. 1, 5. 2, 3. 3, 1. 2. 4, 4. 6. 8, 3. 15, 9. 23, 3. 24, 2, 6. 8.

/# _Il­ias_: c. 4, 6. 8, 3. 15, 7. 18,4. 20, 19. 23, 4. 24, 2. 25, 4. 26, 7. Die “_Ab­fahrt_” (c. 15, 6) bezieht sich auf die a.a.O. zi­tierte Stelle der Il­ias, wo durch das Er­scheinen der Göt­tin Athene die Heimkehr des Heeres ver­hin­dert wurde.--Schiff­skat­alog (c. 23, 3). Teilti­tel des 2. B. (s. u.).

_Odyssee_: c. 4, 6. 8, 3. 13, 6. 17, 4. 23, 4. 24, 2. 9. 26, 7. _Mär des Alki­noos_ (c. 16, 3) und _Badeszene_ (Nip­tra, c. 16, 1. 24, 8) sind Teilti­tel der Odyssee, die vor der erst später einge­führten Buchzäh­lung im Ge­brauch waren. Der Ti­tel um­faßte aber nach c. 24, 8 das ganze 19. B, ein­schließlich der Begeg­nung des Odysseus und der Pene­lope.

_Mar­gites_: c. 4, 4. 6. Ein burleskes Epyl­lion, in dem Hex­am­eter und jam­bis­che Trime­ter ab­wech­sel­ten. Es schilderte in ergöt­zlich­er Weise einen Tölpel, “der viele Dinge wußte, aber alle schlecht”. Als un­home­risch scheint es erst nach Kalli­ma­chos (c. 150) erkan­nt wor­den zu sein. #/

_Ika­dios_: c. 25, 17. Dieser ange­bliche Name des Schwiegervaters des Odysseus, statt des home­rischen lka­rios, begeg­net nur hi­er.

_Il­ias_ s. Homer.

_Il­ias_, Die Kleine: c. 23, 4. Ein nach­home­risches, dem so­ge­nan­nten “Epis­chen Kyk­los” ange­höriges Epos. Wenn Spätere all­ge­mein einen Lesches von Les­bos als Ver­fass­er nen­nen, so fällt das aris­totelis­che Zeug­nis der Anonymität dage­gen entschei­dend ins Gewicht. Die Erzäh­lung be­gann et­wa da, wo die home­rische Il­ias aufhörte (Lö­sung Hek­tors) und en­dete (S. 74) mit dem Fall Tro­jas und der Erzäh­lung des Schick­sals der gefan­genen Troerin­nen. Die Liste des Aris­tote­les ist nicht voll­ständig noch streng chro­nol­ogisch und ver­mut­lich nach dem Gedächt­nis angegeben. Mit zwei Aus­nah­men deck­en sich die Ti­tel mit de­nen noch nach­weis­bar­er Tragö­di­en.

/# _Waf­fen­gericht_: S. Aias­dra­men.

_Philok­tet_: Von Ais­chy­los, Sophok­les, Eu­ripi­des, Achaios, An­tiphon, Philok­les, Theodek­tes drama­tisiert.

_Neop­tole­mos_(= Eu­rypy­los s. Sophok­les): Von Niko­ma­chos.

_Bet­tler­rhap­sodie_ (= Lakonierin­nen s. Sophok­les).

_Il­ions Zer­störung_: So hieß ein Dra­ma Io­phons, des Sohnes des Sophok­les und ein Epos des “Kyk­los”.

_Ab­fahrt_ des griechis­chen Heeres nach der In­sel Tene­dos, vor der Erzäh­lung des Hölz­er­nen Pfer­des und der Ein­nahme Tro­jas. Ein Dra­ma dieses Ti­tels ist nicht bekan­nt.

_Sinon_: S. Sophok­les. Durch Vergils Aeneis II all­ge­mein bekan­nt.

_Troerin­nen_: S. Eu­ripi­des. Die Schick­sale der tro­janis­chen Gefan­genen (Heku­ba, An­dro­mache, Kas­san­dra, Polyx­ena) sind von vie­len drama­tisiert wor­den. Er­hal­ten sind neben den Troerin­nen nur die Heku­ba und An­dro­mache, eben­falls von Eu­ripi­des, und Ais­chy­los, Agamem­non (Kas­san­dra). #/

_Iphi­geneia_: S. Eu­ripi­des und Polyi­dos.

_Ix­ion_dra­men: c. 18, 2. Unter an­deren Mis­se­tat­en ver­suchte er sich an Hera zu ver­greifen und wurde dafür gemartert, in­dem er an ein geflügeltes, sich ewig drehen­des, feuriges Rad gebun­den wurde. Der Sagen­stoff wurde von Ais­chy­los, Sophok­les (?), Eu­ripi­des, Kallis­tratos und Time­sitheos drama­tisiert.

_Kallipi­des_: c 26, 2. 3. Berühmter Schaus­piel­er, Zeitgenosse des Sokrates, von dem eine An­zahl Anek­doten über­liefert ist.

_Karki­nos_: Der jün­gere Tragik­er dieses Na­mens, Zeitgenosse des Aris­tote­les. Er soll 160 Tragö­di­en ver­faßt haben und hat elf­mal gesiegt.

/# _Thyestes_: c. 16, 1. Nur hi­er genan­nt und nicht ohne weit­eres mit sein­er eben­falls nur ein­mal er­wäh­nten Aerope zu iden­ti­fizieren, da der frucht­bare Tragik­er, wie z. B auch Sophok­les und Eu­ripi­des, mehrere Tragö­di­en aus dem­sel­ben re­ich­halti­gen *agen­stoffe be­han­delt haben kann. Die “Sterne” waren ange­blich ein auf der Schul­ter der Nachkom­men des Pelops befind­lich­es, hell­glänzen­des Ze­ichen. In welch­er Sit­ua­tion es für eine Erken­nung be­nutzt wurde, entzieht sich jed­er Ver­mu­tung.

[_Am­phiaraos_]: e. 17, 1. Der Vater des Alk­me­on (s.d.) und (S. 75) Gat­te der Eri­phyle. Der Name scheint aber nur aus ein­er Randbe­merkung in den Text gedrun­gen zu sein, da er in der syrisch ara­bis­chen Über­set­zung fehlt, die überdies einen Zusatz in der griechis­chen Vor­lage vo­raus­set­zt, der wohl die jet­zt nicht mehr erkennbare Art des Ver­stoßes deut­lich­er machte. #/

_Karthager_: c. 23, 2. Es han­delt sich um den großen Sieg Gelons und Therons über die Karthager bei Himera in Sizilien, der nach Herodot an dem­sel­ben Tage, wie der griechis­che Seesieg bei Salamis (27./28. Sept. 480) stattge­fun­den haben soll. Von diesem bis auf den Tag genauen Syn­chro­nis­mus hält sich Aris­tote­les frei. Der von ihm geleugnete kausale poli­tis­che Zusam­men­hang, den die al­ten His­torik­er be­haupten, wird auch jet­zt wieder, aber, wie es scheint, mit Un­recht, meist gän­zlich in Abrede gestellt.

_Ken­tau­ros_ s. Chaire­mon.

_Kephal­le­nier_: c. 25, 17. Die Be­wohn­er der dem Odysseus un­tertäni­gen In­seln und des Fes­tlandes. Kephal­lenia als In­sel­name ist Homer noch un­bekan­nt.

_Kleophon_: c. 2, 4. 22, 1. Epik­er, von dem Aris­tote­les in der Rhetorik ein Werk _Man­drob­ulos_, wohl ein Epyl­lion, nen­nt. Son­st un­bekan­nt, denn mit dem Tragik­er gle­ichen Na­mens, von dem 10 Dra­men­ti­tel über­liefert sind, ist er kaum iden­tisch.

_Kly­taimes­tra_: c. 14, 4. Homer ken­nt K. wed­er als Gat­ten­mörderin (so erst seit Stesi­choros) noch Orestes als Mut­ter­mörder. Diese Sagen­ver­sion war aber durch Ais­chy­los so fest­gewurzelt, daß die ur­sprüngliche für Aris­tote­les wohl nicht mehr in Be­tra­cht kam, denn son­st wäre das Beispiel im Zusam­men­hang nicht glück­lich gewählt.

_Krates_: c. 5, 2. At­tis­ch­er Komö­di­en­dichter, zuerst Schaus­piel­er in den Stück­en des Krati­nos. Er er­rang seinen er­sten Sieg 449. Eine An­zahl Ti­tel und einige Bruch­stücke sind er­hal­ten. Er nahm unter den Dichtern der al­ten Komödie eine Son­der­stel­lung ein, wie schon aus der berühmten Kri­tik in den Rit­tern des Aristo­phanes her­vorge­ht.

_Kre­on_: S. Sophok­les Antigone.

_Kreter_: c. 25, 10. Aris­tote­les oder sein Gewährs­mann wird die hi­er mit­geteilte sprach­liche Beobach­tung einem at­tisch-​kretis­chen Glos­sar ent­nom­men haben. S.u. Ky­prier.

_Kyk­lop_: S. Philoxenos, Tim­oth­eos.

_Kypria_: c. 23, 4. Nach­home­risches, anonymes Epos des Epis­chen Kyk­los in 11 B., ver­mut­lich in Kypros ent­standen und schon von Herodot dem Homer abge­sprochen. Spätere legten es einem Stasi­mos oder He­ge­sias (He­gesinos) bei. Das Gedicht (S. 76) be­han­delte die Vorgeschichte des tro­janis­chen Krieges, be­gin­nend mit dem Urteil des Paris, und bildete eine Fund­grube für tragis­che Stoffe. Wir kön­nen noch et­wa 15 Dra­men­ti­tel nach­weisen, von de­nen allein 9 auf Sophok­les fall­en. Er­hal­ten ist nur die Iphi­ge­nia in Aulis des Eu­ripi­des, von dem Epos nur wenige Verse. Daselb­st war auch die c. 8, 3 er­wäh­nte Episode erzählt. Odysseus stellte sich wahnsin­nig, um dem Zuge­gen Tro­ja nicht fol­gen zu müssen, wurde aber durch eine List von Palamedes ent­larvt.

_Ky­prier_: S. Dikaio­genes. --Di­alekt der: c 21, 3: S. Ein­leitung S. XXIV.

_Laios_: c. 24, 9. Vater des Oidi­pus, der ihn unerkan­nt er­schlug und dessen Nach­fol­ger auf dem Thron Thebens wurde. Auf die hi­er er­wäh­nte Un­wahrschein­lichkeit wurde bere­its c. 14, 5 ange­spielt.

[_Lakonierin­nen_]: S.Sophok­les.

_Lynkeus_: S. Theodek­tes.

_Magnes_: c. 3, 4 Neben Chion­ides (s.d.) der äl­teste at­tis­che Komik­er. Er hat elf­mal gesiegt. Uns sind einige Ti­tel er­hal­ten. Es ist zweifel­haft, ob selb­st Aristo­phanes noch Stücke von ihm gele­sen hat. Je­den­falls waren et­waige dem Aris­tote­les bekan­nte Komö­di­en nicht echt, was die al­ten Kri­tik­er schon erkan­nt hat­ten.

_Mar­gites_: S. Homer.

_Mas­salioten_: S. Hermokaikox­an­thos.

_Medea_: S. Eu­ripi­des.

_Megar­er_: c. 3, 4. Ihre Ansprüche scheinen nicht un­be­grün­det gewe­sen zu sein, wenn auch die von Aris­tote­les selb­st zurück­gewiesene et­ymol­ogis­che Be­grün­dung nicht halt­bar ist.

_Mela­nippe_: S. Eu­ripi­des.

_Me­lea­gros_: c. 13, 4. Eine berühmte Sagen­fig­ur und Held der “Ka­ly­donis­chen Jagd”. Bei der Verteilung der Beute er­schlägt er die Brüder sein­er Mut­ter Al­tha­ia. Sie ver­flucht ihn darob und ver­bren­nt ein Holzscheit, an das sein Leben geknüpft war, so daß er in ju­gendlichem Al­ter stirbt. Der dankbare Mythos, in dem auch Ata­lante eine be­deut­same Rolle spielt, wurde von vie­len Dichtern, ins­beson­dere von den Tragik­ern, be­han­delt, so von Phryn­ichos, Sophok­les, An­tiphon, Eu­ripi­des und, nach Aris­tote­les, von Sosiphanes. Die einzige uns er­hal­tene dich­ter­ische Darstel­lung ist die des Ovid (met. 8, 270 ff.). Sehr be­liebt war die Sage auch in der Kun­st (Vasen, Tem­pel­giebel und Sarkophage).

_Menelaos_: S. Eu­ripi­des Orestes. (S. 77)

_Merope_: S. Eu­ripi­des Kre­spho­ntes.

_Mi­tys_: c. 9, 9. Er war in einem Straße­naufruhr getötet wor­den. Wenn Plutarch an­gibt, daß die Strafe den Mörder bei ein­er _Fes­tfeier_ ereilte, so beruht dies wohl auf einem Mißver­ständ­nis des Wortes “the­orun­ti” (“an­schauen”), das Aris­tote­les son­st nie in sein­er sakralen Be­deu­tung ge­braucht.

_Mn­asitheos_: c 26, 3. Ein nur hi­er er­wäh­nter, in lyrischen Wet­tkämpfen auftre­tender Sänger. Dem ganzen Zusam­men­hang nach wohl ein Zeitgenosse des Aris­tote­les.

_Myn­niskos_: c. 26, 2. Darsteller von Helden­rollen (Pro­tag­onist) in den späteren Tragö­di­en des Ais­chy­los.

_Myser_: S. Ais­chy­los.

_Mysien_: c. 24, 9. Prov­inz im Nord­west­en Kleinasiens.

_Neop­tole­mos_: c. 23, 4. Sohn des Achilles. S. Il­ias, Die Kleine und Sophok­les.

_Nikochares_: c 2, 3. Ver­fass­er eines, wie es scheint, burlesken Epos, der Deli­ade, nur hi­er er­wäh­nt. Vielle­icht iden­tisch mit dem Komö­di­en­dichter, dessen “Lakon­er” zusam­men mit dem “Plu­tos” des Aristo­phanes aufge­führt wur­den.

_Niobe_: S. Ais­chy­los.

_Odyssee_: S. Homer.

_Odysseus_, der Ver­wun­dete: S. Karki­nos und Sophok­les.

/* --, der Trug­bote: c. 16, 4. Ver­fass­er un­bekan­nt. Vielle­icht ein Satyr­dra­ma. --, in der Skyl­la: S. Tim­oth­eos. */ _Oidi­pus_: S. Sophok­les.

_Orestes_: c. 13, 4. Die Sage des O. /* --: S. Ais­chy­los Agamem­non, Choephoren. --: S. Sophok­les Elek­tra --: S. Eu­ripi­des Elek­tra, Iphi­geneia, Orestes. --: S. Polyi­dos Iphi­geneia. */ _Pau­son_: c. 2. 2. At­tis­ch­er Karika­turen­maler aus der zweit­en Hälfte des 5. Jahrh. Schon von Aristo­phanes verspot­tet und noch Aris­tote­les warnt die Ju­gend vor seinen Bildern. Seine Malerei scheint sich dem­nach lange in der Gun­st des Pub­likums er­hal­ten zu haben.

_Peleus_: S. Sophok­les.

_Pelo­pon­nesi­er_: c 3, 4. Die Ansprüche, auf die Erfind­ung der Tragödie gin­gen, wie es scheint, von den Siky­oniern aus und Spätere nen­nen einen gewis­sen Epi­genes als den Be­grün­der. Auch Prati­nas, der ange­bliche Erfind­er des Satyr­spiels, stammte aus Phlius, ein­er pelo­pon­nesis­chen Stadt.

_Philok­tetes_: S. Ais­chy­los. (S. 78)

_Philoxenos_ (435--380): c. 2, 3. Berühmter Dithyra­mbik­er, ge­boren in Kythera, lebte dann am Hofe des äl­teren Diony­sios in Syrakus. Er starb in Eph­esos. Unter seinen 24 Dithyra­mben war der berühmteste der “Kyk­lop” (Wer­bung um Galateia), wohl die Vor­lage von Theokrit, Idyll XI. Er soll unter der Maske des Kyk­lopen den Diony­sios verspot­tet haben, der ihn zur Strafe dafür in die Stein­brüche sandte. Es sind nur dürftige Über­reste er­hal­ten. Hi­er scheint das Gedicht im Gegen­satz zu dem gle­ich­nami­gen Dithyra­mbos oder Nomos des Tim­oth­eos als Beispiel der Darstel­lung schlechter­er Charak­tere ange­führt zu wer­den.

_Phiniden_ c. 16, 4. Der Ver­fass­er dieses schau­ri­gen Fam­ilien­dra­mas ist eben­so un­bekan­nt wie alle Um­stände, die zu der hi­er er­wäh­nten Erken­nung führten. Auch wis­sen wir nicht, ob dadurch die Ret­tung oder Tö­tung der Frauen er­fol­gte. Im übri­gen sind wir über die ver­schiedenar­tig aus­gestal­tete Sage gut un­ter­richtet. Es han­delt sich um den König Phineus, der, Ver­leum­dun­gen sein­er zweit­en Gemahlin Gehör schenk­end, seine er­ste Gat­tin einkerk­ern und seine Söhne martern oder blenden ließ. Sie wur­den von den Arg­onaut­en be­fre­it und Phineus sein­er­seits geblendet oder getötet. Es gab eine Tragödie des Na­mens von dem römis­chen Dichter Ac­cius und einen Dithyra­mbos des Tim­oth­eos.

_Phorki­den_: S. Ais­chy­los.

_Ph­thi­otin­nen_: S. Sophok­les.

_Pin­daros_: c. 26, 2. Ein nur hi­er genan­nter Schaus­piel­er, dem Zusam­men­hang nach Zeitgenosse des Kallipi­des (s.d.).

_Polyei­dos_ der Sophist: c. 16, 4. 17, 3. Der Name ist äußerst sel­ten, so daß der Zusatz vielle­icht nicht nur der Un­ter­schei­dung di­enen soll. Er war ver­mut­lich iden­tisch mit dem Dithyra­mben­dichter Musik­er und Maler. Seine tau­rische Iphi­geneia war ein drama­tisch an­gelegter Dithyra­mbos wie die Skyl­la des Tim­oth­eos (s.d.) und zweifel­los nacheuripi­deisch.

_Polyg­no­tos_: 2, 2. 6, 7. Ein­er der berühmtesten und äl­testen griechis­chen Maler, Sohn des Malers Aglaophon in Tar­sos. Seine be­deu­tend­sten Werke malte er in Plata­iai, Athen und Del­phi (458--447). Von den let­zten be­sitzen wir eine aus­führliche Beschrei­bung bei Pau­sa­nias. Als Etho­graph wird er noch an ein­er an­deren Stelle des Aris­tote­les beze­ich­net (Poli­tik 8, 5).

_Prometheus_: S. Ais­chy­los.

_Pro­tago­ras_ v. Ab­dera (c. 485--c. 416): c. 19, 2. Neben Gor­gias der be­deu­tend­ste der Sophis­ten. Er war der Grün­der der griechis­chen Gram­matik, in­dem er sich als er­ster des gram­ma­tis­chen (S. 79) Geschlechts und der ver­balen Mo­di (In­dika­tiv, Im­per­ativ Op­ta­tiv usw.) wis­senschaftlich be­wußt wurde. Daß er dabei zuweilen et­was pedan­tisch zu Werke ging, wie in dem hi­er er­wäh­nten Falle, ist verzeih­lich. Die sen­sa­tionelle Neuheit sein­er Ent­deck­un­gen be­weist der Spott in den Wolken des Aristo­phanes.

_Pythis­che_ Spiele: c. 24, 9. In derElek­tra des Sophok­les schildert der Paed­agogus der Kly­taimes­tra diese in Del­phi stat­tfind­en­den Spiele, bei de­nen ihr Sohn Orestes ums Leben gekom­men sei. Solche gab es aber damals (11. Jahrh.) noch nicht, wie schon ein al­ter Erk­lär­er be­merk­te. Densel­ben Anachro­nis­mus hat­te übri­gens der Dichter bere­its in seinem Tlep­tole­mos be­gan­gen.

_Salamis_: S. Karthager.

_Sinon_: S. Il­ias, Die Kleine und Sophok­les.

_Sisyphos_: c. 18, 5. Sohn des Aio­los. Galt als der Typ eines überk­lu­gen, aber frev­el­haften Men­schen. We­gen eines an Zeus be­gan­genen Ver­rats wurde er zu der bekan­nten Strafe verurteilt, einen Felsen bergaufwärts zu wälzen, der stets kurz vor dem Gipfel wieder hinabrollte. Der vielgestaltige Sagen­stoff wurde oft drama­tisiert, so von Ais­chy­los, Sophok­les, Eu­ripi­des und Kri­tias. In welchem von diesen Dra­men er überlis­tet wurde, wis­sen wir nicht. In der uns bekan­nten Über­liefer­ung käme dafür nur Hy­gin, Fab. 60 über Ty­ro, die von ihm ver­führte Gemahlin seines Brud­ers Salmoneus, in Be­tra­cht.

_Skyl­la_: S. Tim­oth­eos.

_Sophok­les_ (497/6--406/5): c. 3, 2. 4, 9. 18, 6. 25, 6. Für Aris­tote­les der kün­st­lerisch vol­len­det­ste Tragik­er.

/# _Antigone_: c. 14, 6. In der er­wäh­nten Szene ver­sucht Hain­ion, der Bräutigam der Antigone, seinen Vater zu töten, der aber dem Schw­ert­stre­ich auswe­icht. Vgl. Ham­let u. König Claudius am Al­tar.

_Elek­tra_: c. 24, 9. Orestes, Per­son im Dra­ma: c. 13, 6. 14, 4.

_Eu­rypy­los_: c. 23, 4. Sohn des Tele­phos von Neop­tole­mos getötet. S. Il­ias, die Kleine.

[_Lakonierin­nen_]: c. 23, 4. In dem Dra­ma bilde­ten die spar­tanis­chen Di­ener­in­nen der He­le­na den Chor. Es han­delte sich um den Raub des trois­chen Pal­la­di­ums durch Odysseus, den He­le­na trotz sein­er Verklei­dung als Bet­tler erkan­nte. S. Il­ias, die Kleine.

_Odysseus_, der ver­wun­dete, c. 14, 5. So hieß ein Dra­ma des Chaire­mon (s.d.). Das in­haltlich gle­iche des Sophok­les wird aber stets als _O. Akan­tho­plex_ (der vom Rochen­stachel getrof­fene) zi­tiert. Tele­gonos (“Der Fer­nge­borene”), (S. 80) Sohn des Odysseus und der Kirke kam auf der Suche nach seinem Vater nach Itha­ka und ver­wun­dete ihn tödlich. Die Erken­nung er­fol­gte dadurch, daß Tele­gonos in sein­er Umge­bung zufäl­lig hörte, daß der Getötete Odysseus sei.

_Oidi­pus_: c. 11, 1. 2. 15, 8. 16, 5. 24 ,9. 26, 6. Stets ohne Zusatz bei Aris­tote­les, der darunter aber nur den Oidi­pus Tyran­nos, nie den Oidi­pus Coloneus, ver­ste­ht. /* --: c. 13, 4. 14, 1. Die Sage des Oidi­pus. --: 11, 1. 13, 3. 14, 5. Die Per­son im Dra­ma. */ _Peleus_: c. 18, 2. Peleus, der greise Vater des Achilles, durch seine Söhne aus er­ster Ehe vom Thron gestoßen sucht seinen Enkel Neop­tole­mos auf und stirbt auf der In­sel Kos. Dem Zusam­men­hang nach war es ein Stück ohne viel Hand­lung und mehr auf mitlei­der­re­gende Begeben­heit­en aufge­baut. Auch Eu­ripi­des schrieb einen Peleus und Aris­tote­les mag auch diesen hi­er im Auge gehabt haben.

_Ph­thi­otin­nen_: c. 18, 2. Eine, wie oft auch bei Sophok­les, nach dem Chor genan­nte Tragödie unbes­timm­baren, wenn auch vielle­icht ver­wandten In­halts mit dem vorigen. In keinem Fall kann aber der Peleus genau densel­ben Stoff be­han­delt haben, gle­ichviel ob von dem­sel­ben Dichter oder nicht. Ihn auf zwei Tragö­di­en ein­er nir­gends bezeugten Peleus-​Trilo­gie des Ais­chy­los zu verteilen ist reine Willkür.

_Sinon_: c. 23, 4. S. Il­ias, Die Kleine.

_Tereus_: c. 16, 2. Tereus verge­waltigte Philomela, die Schwest­er sein­er Gat­tin Prokne und schnitt ihr die Zunge ab, damit sie ihn nicht an­kla­gen könne. Sie wob aber geschickt in einen Tep­pich, was ihr wider­fahren--dies die “Stimme der Spin­del”--und die Schwest­ern rächt­en sich an dem Frevler durch die Er­mor­dung seines Sohnes Itys. Den Stoff be­han­delte auch Philok­les, ein Großn­effe des Ais­chy­los, und Sieger über den Oidi­pus Tyran­nos des Sophok­les.

_Thyestes_: c. 13, 4. Held in dem gle­ich­betitel­ten Dra­ma. S. Thyestes.

_Ty­ro_: c. 16, 1. Ty­ro hat­te dem Po­sei­don heim­lich Zwill­inge ge­boren und sie in ein­er Wanne aus­ge­set­zt. Sie wur­den je­doch gerettet, und als sie zu Jünglin­gen herangewach­sen waren, trafen sie mit ihrer Mut­ter zusam­men und wur­den von ihr durch eben jene Wanne, die der eine mit sich genom­men hat­te, erkan­nt. Da­rauf rächt­en sie ihre Mut­ter für die grausame Be­hand­lung, die ihr Vater Salmoneus und ihre Stief­mut­ter Sidero ihr hat­ten zuteil wer­den lassen. Von den (S. 81) zwei Tragö­di­en dieses Ti­tels war die eine wohl nur eine Neubear­beitung. Densel­ben Sagen­stoff hat­ten Asty­damos d. Jün­gere und Karki­nos drama­tisiert, dessen Ken­nt­nis wir Apol­lodor (1, 9, 8) ver­danken. #/

_Sokratis­che Gespräche_: c. 1, 5. Aris­tote­les ver­ste­ht darunter stets nur die Pla­tonis­chen Di­aloge, in de­nen Sokrates als Haup­tun­terred­ner auftritt, nicht aber die von an­deren Sokrates-​schülern, wie Aischines, An­ti­sthenes, Xenophon, Phaidon ver­faßten Gespräche.

_Sophron_ (c. 450): c. 1, 5. Der Be­grün­der ein­er neuen Lit­er­atur­gat­tung des Mimus, drama­tis­che Szenen aus dem gewöhn­lichen Leben darstel­lend und in ein­er Art rhyth­mis­ch­er Prosa ver­faßt. Er war ein Lieblingss­chrift­steller Pla­tons, der seine Werke nach Athen ge­bracht haben soll. Die er­hal­te­nen Bruch­stücke geben uns kein klares Bild sein­er Eige­nart, wohl aber die Nachah­mungen des Theokrit (15. Idyll) und die po­et­is­chen Minien des Heron­das (c. 250 v. Chr.), die 1891 ent­deckt wur­den.

_So­sis­tratos_: c. 26, 3. Ein nur hi­er genan­nter Rhap­sode, wohl äl­ter­er Zeitgenosse des Aris­tote­les.

_Sthene­los_: c. 22, 1. Ein von Aristo­phanes seines frosti­gen Stils we­gen verspot­teten Tragik­er (c. 420). Der komis­che Dichter Pla­ton beschuldigte ihn des Pla­giats.

_Tegea_: c. 24, 1. Stadt in Arka­di­en, Heimat des Tele­phos.

_Tele­gonos_: S. Sophok­les, Odysseus Akan­tho­plex.

_Telema­chos_: c. 25, 16. Sohn des Odysseus und der Pene­lope. Seine Reise nach Spar­ta, um Erkundi­gun­gen über seinen Vater einzuziehen, erzählt die so­ge­nan­nte Telemachie, in der Odyssee B. 3--4, 619.

_Tele­phos_: c. 13, 4. Berühmte Sagen­fig­ur, deren man­nig­fache Schick­sale sehr oft drama­tisiert wur­den, so von Ais­chy­los (s.d.), Sophok­les, Eu­ripi­des, Agath­on, Niko­ma­chos, Kleophon, Io­phon, Mos­chion.

_Theodek­tes_: 16, 4. 18, 1. Ge­nialer Schüler des Isokrates und Pla­ton, Fre­und des Aris­tote­les, Rhetor und hochgeschätzter Tragik­er, ver­faßte 50 Dra­men und war sieben­mal Sieger.

/# _Lynkeus_: c. 11, 1. 18, 1. Held der Danaiden­sage. Hy­per­mnes­tra war die einzige der 50 Töchter des Danaos, die ihren Gat­ten Lynkeus gegen den Be­fehl ihres Vaters ret­tete. Nach der Geburt ihres Sohnes Abas ver­suchte Danaos Lynkeus zu töten. Im Ver­laufe der Hand­lung ereilte ihn aber in ein­er für uns nicht mehr genau zu erken­nen­den Weise das Schick­sal, das er (S. 82) jen­em zugedacht.

Ty­deus: c. 16, 4. Nicht mit dem bekan­nten Kämpfer unter den “Sieben gegen Theben” iden­tisch. Die hi­er angedeutete Sage ist uns völ­lig un­bekan­nt. #/

_Theodor­os_: c. 20, 5. Nur als Beispiel genan­nt.

_The­seis_: c. 8, 2. The­seusepen ver­faßten Zopy­ros, wohl mit dem Or­phik­er unter Pei­sis­tratos (6. Jahrh.) iden­tisch, Diphi­los (5. Jahrh.) und ein Anony­mus aus unbes­timmter Zeit.

_Thyestes_: c. 13, 4. Eine der am häu­fig­sten drama­tisierten Heldengestal­ten der an tragis­chen Ereignis­sen re­ichen Pelopi­den­sage. So von Sophok­les (in zwei Dra­men), Eu­ripi­des, Agath­on, Apol­lodor­os, Karki­nos (s.d.), Chaire­mon, Kleophon und den römis­chen Tragik­ern, En­nius, Var­ius, Seneca (er­hal­ten), Cu­ri­atius Mater­nus.

_Tim­oth­eos_ v. Milet (✝357): c. 2, 3. Berühmter Kom­pon­ist, Dithyra­mben und Nomen­dichter. Ein be­trächtlich­er Teil seines Nomos “Die Pers­er” wurde 1902 aufge­fun­den.

/# _Kyk­lop_: c. 2, 3. S. Philoxenos

_Skyl­la_: c. 15, 5. 26, 1. Ein Dithyra­mbus, der das in der Odyssee geschilderte Aben­teuer be­han­delt. Der Klagege­sang des in Gefahr schweben­den Odysseus wird als un­männlich und dem Charak­ter des Helden nicht entsprechend gerügt. Der Flöten­spiel­er zer­rt den Chor­führer am Gewände, um das Be­mühen der Jungfrau zu ve­ran­schaulichen den Helden zu gewin­nen. #/

_Xe­nar­chos_: c. 1, 5. Sohn des Sophron (s.d.). Nur hi­er als Ver­fass­er von Mi­men er­wäh­nt.

_Xeno­phanes_ v. Kolophon (c. 570--479): c. 25, 7. Dichter und Be­grün­der der eleatis­chen Philosophen­schule. Geg­ner des Poly­the­is­mus.

_Zeux­is_ aus Her­ak­leia (Un­ter­ital­ien), blühte um 425: c. 6, 7. 25, 18. Ein­er der größten Maler des Al­ter­tums. Nach Aris­tote­les ide­al­isiert sowohl Polyg­not wie Zeux­is. Er­ster­er gab je­doch seinen Gestal­ten mehr Charak­ter, weil er mehr das In­di­vidu­elle Zeux­is das Typ­is­che zum Aus­druck brachte.

* * * * *

SACHVERZE­ICH­NIS (S. 83)

_Agon_: c. 6, 16. 7, 3. 13, 4. Der jährlich zweimal in Athen stat­tfind­ende drama­tis­che Wet­tkampf an den städtis­chen Dionysien und Lenaeen. Die Auf­führung be­gann am frühen Mor­gen und dauerte mehrere Tage. Jed­er der Mit­be­wer­ber trat mit ein­er Tetralo­gie (drei Tragö­di­en und einem Satyr­dra­ma) auf.--In den musikalis­chen Ago­nen wur­den haupt­säch­lich Dithyra­mben und Nomen gegeben, auf die c. 26, 3 ange­spielt wird.--Auch der Re­dekampf der Parteien im Gerichtssaal hieß Agon. Da­rauf bezieht sich die Be­merkung über die Wasseruhr (c. 7, 3).

_Am­phi­bolie_ (Dop­pelsinn): c. 25, 14.

_Anag­nori­sis_ (Erken­nung): c. 11, 2 definiert.

_Ana­paest_ und _Trochaeus_, ohne: c. 12, 2. Weil jen­er ein Marschrhyth­mus, dieser ein Tanzvers­maß, eigneten sie sich nicht für das ste­hend gesun­gene Chor­lied (Stasi­mon).

_Ar­tikel_: c. 20, 4. Bei Aris­tote­les noch nicht in un­serem Sinne ge­braucht. So aber schon bei den stois­chen Gram­matik­ern. Dies ein schw­er­wiegen­der Be­weis gegen die An­nahme der Un­echtheit un­seres Kapi­tels.

_Auletik_: c. 1, 2. Da der von der Flöte be­gleit­ete Dithyra­mbus un­mit­tel­bar vorher genan­nt wurde, so ist hi­er darunter die reine In­stru­men­tal­musik zu ver­ste­hen.

_Bei­wort_, schmück­endes (Kos­mos): c. 21, 5. Def­ini­tion und Beispiel sind aus­ge­fall­en, da­her die Deu­tung nicht ganz sich­er. Es ist aber wohl das ep­itheton or­nans gemeint, das im Epos allerd­ings weit ge­bräuch­lich­er als im Dra­ma ist.

_Beu­gung_ (Flex­ion): c. 20, 7.

_Binde­wort_: c. 20, 3.

_Buch­stabe_: c. 20, 1.

_Demokratie_ in Megara: c. 3, 4. Um 590 v. Chr.

_Dithyra­mbis­che_ Dich­tung: c. 1, 2. Hi­er und mit _ein­er_ Aus­nahme auch son­st nicht das uralte, noch strophisch gegliederte und in­haltlich beschränk­te dion­ysis­che Chor­lied, aus dem nach c. 4, 8 die Tragödie her­vorge­gan­gen sein soll, son­dern der halb drama­tis­che Dithyra­mbus, wie ihn Aris­tote­les allein noch kan­nte. Die Flöten­spiel­er scheinen dabei auch schaus­pielerisch tätig gewe­sen zu sein (c. 26, 1).

_Episode_: Mit Aus­nahme von c. 12, 2. [18, 6], wo das Wort et­wa mit “Akt” gle­ichbe­deu­tend ist, stets in der auch uns allein ge­bräuch­lichen Be­deu­tung von ein­er Zu­tat, die mit der Hand­lung (S. 84) oder Erzäh­lung in nur losem oder auch gar keinem Zusam­men­hang ste­ht.

_Flex­ion_: S. Beu­gung.

_Furcht_: Definiert c. 13, 2.

_Geschlecht_: S. Gram­matik und Pro­tago­ras.

_Glosse_ (Fremd­wort, Prov­inzial­is­mus, Di­alek­twort): c. 21, 3.

_Gram­matik_ (Re­de­teile, Geschlecht, Ka­sus, u.ä.): c. 20. 21. Trotz manch­er grundle­gen­den Vo­rar­beit­en (S. Pro­tago­ras) be­fand sich die Gram­matik noch zur Zeit des Aris­tote­les in den Kinder­schuhen Ihr wis­senschaftlich­er Aus­bau und die Ter­mi­nolo­gie wer­den erst den Stoik­ern und alexan­drinis­chen Philolo­gen ver­dankt Der damals fest­ge­set­zten Ter­mi­ni be­di­enen auch wir uns, durch die Ver­mit­tlung des Lateinis­chen, bis auf den heuti­gen Tag, selb­st unter Beibehal­tung eines Über­set­zungs­fehlers (Ac­cusativ statt Causativ).

Wenn man es oft be­fremdlich ge­fun­den hat, daß de­rar­tige schein­bar el­ementare Dinge in ein­er Po­et­ik aus­führlich be­han­delt wer­den, so sei dazu be­merkt, daß Aris­tote­les selb­st ein­mal sie aus­drück­lich als ihr zuge­hörig beze­ich­net hat.

_Hal­bvokal_ (Liq­ui­da): c. 20, 1.

_Jam­bos_: c. 4, 5. 9. Aris­tote­les sagt an er­ster­er Stelle, daß der Jam­bos sich beson­ders passend für das Spottgedicht er­wiesen habe. An der zweit­en, daß eben­so naturgemäß der jam­bis­che Trime­ter sich schließlich als das für den drama­tis­chen Di­alog geeignet­ste Vers­maß her­ausstellte. Darin liegt aber kein Wider­spruch, denn hi­er wie dort galt es, soweit wie ir­gend möglich, sich der Um­gangssprache anzu­passen und über den Gespräch­ston nicht hin­auszuge­hen.

_Kathar­sis_: “Reini­gung”: c. 6, 2. Die seit Less­ing und beson­ders seit Bernays (s. Ein­leitung S. XV) um­strit­ten­ste Stelle der ganzen Po­et­ik. Selb­st über den Ort, wo die von Aris­tote­les ver­sproch­ene genauere Erk­lärung des Aus­drucks ge­standen habe, ist noch keine Eini­gung erzielt wor­den. Ohne auf die berühmte Kon­tro­verse hi­er ir­gend­wie näher einzuge­hen, sei nur so viel im all­ge­meinen be­merkt, daß an zwei Tat­sachen nicht gerüt­telt wer­den sollte: 1. Der Aus­druck ist eine medi­zinis­che Meta­pher. 2. Er beze­ich­net die _Wirkung_, nicht den _Zweck_ der Tragödie denn als diesen nen­nt Aris­tote­les wieder­holt und un­zwei­deutig (c. 4, 2. 13, 6. 14, 2. 23, 1. 26, 8.) eine ihr eigen­tüm­liche _Lus­tempfind­ung_. Damit erledigt sich auch die Frage von selb­st, ob dieses Endziel, von dem hi­er gar­nicht (S. 85) die Rede ist, ein _ethisch-​moralis­ches_ oder ein _aes­thetisch-​psy­chol­ogis­ches_ ist oder sein­soll. Was dage­gen die kathar­tis­che _Wirkung_ an­be­langt, so dürfte Aris­tote­les bei­de Möglichkeit­en an­erkan­nt haben, im Gegen­satz zu Pla­ton, der bekan­ntlich die er­stere zwar forderte, aber der bish­eri­gen Tragödie wie dem Epos ab­sprach und eine aes­thetis­che über­haupt nicht berück­sichtigte.

_Kitharis­tik_: c. 1, 2. Die Gui­tarre (Lyra) war das übliche Be­gleitin­stru­ment des Nomos, der hi­er neben dem aulodis­chen Dithyra­mbus wohl nur zufäl­lig nicht mit aufgezählt wird (S. c. 1, 2). Den­noch wird man wohl richtiger auch hi­er, wie bei der Auletik (s.d.) die reine In­stru­men­tal­musik ver­ste­hen müssen

_Klep­sy­dra_: S. Wasseruhr.

_Kos­mos_: S. Bei­wort, schmück­endes.

_Mas­chine_: c. 15, 7. Gewöhn­lich bezieht sich der Aus­druck auf den bekan­nten deus ex machi­na, dessen Er­scheinen durch die The­ater­mas­chine auf der er­höht­en, so­ge­nan­nten Göt­ter­plat­tform (The­olo­geion) be­werk­stel­ligt wird. Hi­er han­delt es sich aus­nahm­sweise in dem einen Falle um den Drachen­wa­gen der fliehen­den Medea. In dem an­deren der Il­ias ent­nomme­nen Beispiel (s. Homer, Il­ias) ist die Beze­ich­nung rein bildlich von jed­er Göt­ter­erschei­nung, die plöt­zlich wie hi­er Athene in die Hand­lung ein­greift, ge­braucht.

_Meta­pher_: c. 21, 4 definiert. 22, 2. 7.

_Mime­sis_ (nachah­mende Darstel­lung): c. 1, 2 u.ö. Das Wort “Nachah­mung” er­schöpft den Be­griff dieses Kun­staus­drucks nicht, denn er beze­ich­net bei Aris­tote­les nicht lediglich die Nach­bil­dung von Gegen­stän­den in der Außen­welt, son­dern vornehm­lich die von Hand­lun­gen und han­del­nden Men­schen, ist al­so eine geistige Versinnbildlichung men­schlichen Tuns und Treibens. Es ist da­her nicht richtig, wie man be­hauptet, daß die kün­st­lerisch schaf­fende Phan­tasie in der “Dichtkun­st” des Aris­tote­les un­berück­sichtigt geblieben ist. Auch die _lyrische_ Poe­sie hat Aris­tote­les, schon laut Vor­wort, von sein­er Be­tra­ch­tung nicht aus­geschal­tet, aber sie kommt für ihn nur soweit in Be­tra­cht, als sie einen Mythos, eine Fa­bel oder eine Hand­lung en­thält. Deren Erörterung ist uns aber, wie die über die Komödie, ver­loren gegan­gen.

_Mitleid_: c. 13, 2 definiert.

_Nachah­mende Darstel­lung_: S. Mime­sis.

_Nicht­lauter_ (Mu­ta): c. 20, 1. (S. 86)

_Nomos_: c. 2, 3. Ur­sprünglich ein Chor­lied im Apol­lokult. Seine man­nig­fache und in­ter­es­sante En­twick­lungs­geschichte fand durch Tim­oth­eos (s.d.) ihren Ab­schluß, dessen erst in allerneuester Zeit wieder ent­deck­te “Pers­er” uns jet­zt eine klare Vorstel­lung von dieser Dicht­gat­tung, wenig­stens für die Zeit des Aris­tote­les, geben. Es fehlt uns aber noch ein voll­ständi­ges Beispiel des zeit­genös­sis­chen Dithyra­mbus, um die Un­ter­schiede zwis­chen bei­den deut­lich­er zu erken­nen. In der uns vor­liegen­den Po­et­ik spielt der Nomos eine sehr un­ter­ge­ord­nete Rolle, wohl weil er einen weniger drama­tis­chen Charak­ter trug als der Dithyra­mbus.

_Prob­leme_: c. 25, 1--22 Die lit­er­arische, wie die Tex­tkri­tik der Griechen en­twick­elte sich, und zwar schon ziem­lich frühzeit­ig, an den home­rischen Gedicht­en. Von Aris­tote­les selb­st gab es eine Schrift “Home­rische Fra­gen,” die viel be­nutzt wor­den ist. In der Fol­gezeit, na­mentlich unter den Alexan­drinern, ist die Suche nach Wider­sprüchen, sach­lichen und tex­tkri­tis­chen Schwierigkeit­en in den home­rischen Epen und de­mentsprechend die Auffind­ung von “Lö­sun­gen” fast sport­mäßig be­trieben wor­den. Der da­rauf ver­wandte Spürsinn wie die feine Beobach­tungs­gabe ist be­wun­derungswürdig und sie haben be­grei­flicher­weise oft zu wertvollen Ergeb­nis­sen geführt. An­dr­er­seits haben aber auch der Ehrgeiz durch Scharf­sinn zu glänzen und ein Man­gel an Ver­ständ­nis für home­rische Naiv­ität zu so­phis­tis­chen spitzfind­igen und uns oft töricht oder komisch an­mu­ten­den Erk­lärun­gen An­laß gegeben. In ein­er An­zahl von Fällen scheint man sog­ar das “Prob­lem” nur ir­gend ein­er gelehrten oder geistre­ichen Lö­sung zu Liebe glatt er­fun­den zu haben. Für all dies gibt unser beispiel­re­ich­es Kapi­tel Belege. Einige der hi­er er­wäh­nten “Prob­leme und Lö­sun­gen” find­en sich bei späteren Erk­lär­ern des Homer wieder, an­dere hat Aris­tote­les früheren Quellen ent­nom­men. Wie viele aber sein geistiges Eigen­tum sind, läßt sich nicht mehr fest­stellen, da man ihm nicht ohne weit­eres nur die an­nehm­baren Lö­sun­gen zuschreiben darf.

8. “_Aber die Lanzen_ usw.” Man meinte, daß bei der geschilderten Auf­stel­lung der Lanzen diese le­icht um­fall­en, an­dere mit sich ziehen und so die Nachtruhe des Lagers stören kön­nten. Die vorgeschla­gene Erk­lärung ent­lastet den Dichter, löst aber die ange­bliche Schwierigkeit nicht.

10. “_Die Mäuler zuerst_.” Man stieß sich daran, daß bei der von Apol­lo gesandten Seuche die “Mäuler” _vor_ den schuldigen Men­schen dahinger­afft wur­den. Die gegebene Lö­sung (S. 87) ist hin­fäl­lig, denn, selb­st wenn das Wort “Wächter” be­deuten kön­nte--es kommt nur noch ein­mal in einem Verse der Il­ias vor,--so trifft sie doch auf das fol­gende “_und die hur­tigen Hunde_,” das dem­sel­ben Be­denken un­ter­wor­fen ist, nicht zu.

10. “_Der von Gestalt zwar häßlich_.” Das “Prob­lem” ist gar nicht vorhan­den und ist wohl nur er­fun­den, um die bei den Haaren her­beige­zo­gene, gelehrte No­tiz an den Mann zu brin­gen. Denn ger­ade die merk­würdi­ge Verbindung eines uneben­mäßi­gen Kör­pers mit Schnel­ligkeit der Füße wollte der Dichter her­vorheben, wie die Par­tikeln “men--al­la” (zwar--je­doch) be­weisen. Die hi­er vorgeschla­gene Lö­sung ergibt überdies gar keinen ver­ständlichen Gegen­satz (Häßlich zwar von An­gesicht, je­doch schnellfüßig).

10. “_Mis­che reineren Wein_:” Den Anstoß, den man daran nahm, gibt Aris­tote­les im Text an. Die Lö­sung beruht auf der ganz willkür­lichen An­nahme, daß zōrós im Griechis­chen auch die Be­deu­tung “schnell” hat. Das ange­blich ethisch “Un­passende” (aprepés) gab auch später sehr häu­fig An­laß zu gewalt­samen Tex­tän­derun­gen und Deu­tun­gen.

11. “_Alle_” im Sinne von “Viele.” Aris­tote­les muß in seinem Home­rtexte “alle,” nicht “an­dere,” was sämtliche Hss, auch des Homer, bi­eten, gele­sen haben, denn son­st wäre die gegebene Lö­sung gegen­stand­slos. Unter dieser Vo­raus­set­zung ist sie aber an­nehm­bar, wird doch ger­ade das Wort “alle” auch in an­deren Sprachen beson­ders häu­fig hy­per­bolisch ge­braucht.

11. “_Allein nicht teil­nimmt_.” Die as­tronomis­che Un­richtigkeit daß das Bärenge­stirn _allein_ unter den am Pol befind­lichen Stern­bildern nicht un­terge­he, hat die Kri­tik­er viel beschäftigt. Die hi­er gegebene Lö­sung find­et sich aber son­st nicht. Sie beruht auf der An­schau­ung der All­wis­senheit des Homer, die später na­mentlich von den Stoik­ern zum Prinzip er­hoben wurde. Aris­tote­les hätte hi­er ruhig dieselbe Entschuldigung gel­ten lassen kön­nen, die er für Pin­dar, der der Hindin Hörn­er gab (c. 25, 5), an­führt.

12.“_Wir gewähren ihm_:” Dieses und das fol­gende Prob­lem wie seine Lö­sung--das er­stere wird von Aris­tote­les noch ein­mal in ein­er lin­deren Schrift aus­führlich be­sprochen, aber ohne Hip­pias von Tha­sos zu nen­nen--haben die Tat­sache zur Vo­raus­set­zung daß Akzente und Handwe­ichen erst et­wa um die Wende des 3. Jahrh. v. Chr. geset­zt wur­den. Je nach­dem der Akzent bei dem Wort _didomen_ auf die er­ste oder zweite (S. 88) Silbe fällt, kann es “wir gewähren” oder “gewähre!” be­deuten. Hip­pias nahm das er­stere an, nach dem Grund­satz des “Un­passenden” (s.o.), um so die Schuld dem Agamem­non ein trügerisches Ver­sprechen gegeben zu haben von dem höch­sten Gott auf den jen­em gesandten Traum­gott abzuwälzen. Die spitzfind­ige Lö­sung be­friedigte schein­bar selb­st die al­ten Kri­tik­er nicht und so grif­fen sie zu dem Gewalt­mit­tel den anstößi­gen Hal­bvers, der jet­zt an ein­er weit späteren Stelle ste­ht, durch einen an­deren zu er­set­zen, und dieser ist uns daselb­st ohne Vari­ante allein über­liefert. Hip­pias und Aris­tote­les kön­nen ihn aber noch nicht gekan­nt haben.

12. “_Das zum Teil_”: Je nach­dem das starke Hauchze­ichen geset­zt wird oder nicht, be­deutet _ou_ en­twed­er “dessen” (hu) oder “nicht” (u). Dem Sinne nach ist nur das let­ztere über­haupt möglich und so schreiben alle un­sere Homer hss und die al­ten Erk­lär­er ig­nori­eren das gar nicht vorhan­dene Prob­lem völ­lig. Hip­pias scheint es nur der Lö­sung hal­ber aufge­wor­fen zu haben.

13. “_gemis­cht was lauter zu­vor_.” Der fast völ­lige Man­gel jeglich­er In­ter­punk­tion­sze­ichen in der in großen Buch­staben abge­faßten Schrift war zu­mal bei der freien Wort­stel­lung im Griechis­chen eine beständi­ge Quelle von Mißver­ständ­nis­sen. Aris­tote­les sagt selb­st ein­mal, daß es schwierig sei, die Sätze des Her­ak­leitos sin­ngemäß zu in­ter­pungieren. In un­serem Falle kann man im Griechis­chen das _zu­vor_ eben­so gut mit _gemis­cht_ als mit _lauter_ verbinden. Aus der voll­ständi­geren, an­der­weit­ig über­liefer­ten Stelle ergibt sich aber, daß nur das er­stere dem Zusam­men­hang entspricht.

14. “_der größere Teil_”. Man glaubte einen ar­gen Wider­spruch in der ange­blichen Be­haup­tung zu find­en, daß wenn zwei Drit­tel der Nacht ver­strichen seien, der größere Teil noch übrig bleiben könne. Ein al­ter Erk­lär­er nen­nt dies ein “über­aus abge­drosch­enes Prob­lem”, das viele zu lösen ver­sucht­en, darunter auch Aris­tote­les (näm­lich in den “Home­rischen Fra­gen”). Das Prob­lem ex­istiert aber gar nicht, wenn man sich die a.a.O. zi­tierte Stelle genau an­sieht, wom­it sich auch dessen Lö­sun­gen erübri­gen.

15. Die drei auf Grund des Sprachge­brauchs entschuldigten Un­ge­nauigkeit­en beruhen auf ein­er _Metonymie_, wie der tech­nis­che Aus­druck lautet. Wie Ganymed als “Wein­schenk” der Göt­ter beze­ich­net wird, ob­wohl diese keinen Wein, son­dern Nek­tar trinken, so wird in noch auf­fäl­liger­er Weise Hebe ger­adezu _Wein­schenkin_ (S. 89) _des Nek­tar_ (Il­ias 4, 3) genan­nt, was für un­sere Stelle ein noch besseres Beispiel abgegeben hätte. Ver­gle­ichen kann man auch Tac. Germ. 22, wo von den biertrunk­enen Ger­ma­nen _vi­no­len­ti_ ge­braucht wird.

Daß die Bein­schiene nicht nur aus dem we­ichen Zinn, son­dern aus ein­er Met­allmis­chung ver­fer­tigt wurde, schloß Aris­tote­les ver­mut­lich da­raus, daß in der be­treuen­den Il­iasstelle die Bein­schiene des Achilles vom Wurf­spieß Agenors getrof­fen nur mächtig er­dröh­nte ohne durch­bohrt zu wer­den.--Kupfer­schmied das äl­tere Wort, wurde noch beibehal­ten, als man schon längst das Eisen bear­beit­ete.

Ver­gle­ichen kann man die Beze­ich­nung des Cen­tumvi­ral­gerichts in Rom, die beste­hen blieb, als die Mit­glieder weit über 100 zählten. Ähn­lich ver­hielt es sich mit den ger­man­is­chen “Hun­dertschaften”.

16. “_hielt die eherne Lanze an_”: Ein viel­be­han­deltes “Prob­lem”. Der berühmte alexan­drinis­che Home­rkri­tik­er Aristar­chos ver­warf die ganze Stelle und war der Mei­nung, die Verse seien von je­man­dem nur um ein Prob­lem zu schaf­fen in­ter­poliert wor­den. Es han­delt sich um die fünf Met­allschicht­en des Achilles-​Schildes, von de­nen die Lanze des Aineas zwei durch­bohrt hat­te und dann steck­en blieb. Strit­tig war nun, ob die Gold­lage in der Mitte oder, was das natür­lich­ste war, an der Außen­seite sich be­fand. Im er­steren Fall war die Stoßkraft des Speeres stärk­er gehemmt. Ver­mut­lich stammt die in un­serem Home­rtext allein über­lieferte Lesart “es­chen” statt “ehern” von einem Kri­tik­er, der die we­ichere Gold­schicht an die Außen­seite set­zte, wom­it die Schwierigkeit in der Tat so ziem­lich be­seit­igt wurde.

_Pro­log_: c. 5, 2. Dieser Pro­log der prim­itiv­en Komödie ist in der uns allein bekan­nten aristo­phanis­chen nicht vorhan­den, aber in der späteren mit­tleren und neuen, wie es scheint, wieder einge­führt wor­den. Wenn es nun heißt, der Urhe­ber sei un­bekan­nt so set­zt dies im Zusam­men­hang vo­raus, daß das gle­iche für den Tragö­di­en­pro­log nicht gilt. Die Späteren nen­nen ihn Thes­pis.--Als ein quan­ti­ta­tiv­er Be­standteil der Tragödie wird der Pro­log c. 12, 1 definiert. Wieder ganz an­der­er Art war der eu­ripi­deis­che, auf den nur zweimal (Sup­plices, Bac­chae) die Par­odos des Chors un­mit­tel­bar fol­gt.

_Qualen_, über­mäßige: c. 11, 5. Falls nur kör­per­liche gemeint sind, so wäre allein der sophok­leis­che, uns er­hal­tene Philok­tet zu nen­nen. Son­st kä­men auch die Wahnsinnsaus­brüche des (S. 90) Orestes im Orestes und in der tau­rischen Iphi­geneia wie der Her­cules Furens von Eu­ripi­des in Be­tra­cht.

_Satz_ (Wort­ge­füge): c. 20, 8.

_Schaus­piel­er_, Zahl der: c. 4, 9. 5, 2. Sie be­trug nie mehr als drei. Schon zur Zeit des Aris­tote­les waren die Schaus­piel­er zu großem Anse­hen und Ein­fluß gelangt und er­hiel­ten Preise in den drama­tis­chen Wet­tkämpfen. Je nach der Be­deu­tung ihrer Rollen wur­den sie als Pro­tag­onis­ten, Deuter­ag­onis­ten und Tritag­onis­ten beze­ich­net. Bere­its Sophok­les soll in der Bear­beitung sein­er Dra­men berühmten Darstellern Rollen auf den Leib geschrieben haben.

_Silbe_: c. 20, 2.

_Stasi­mon_: c. 12, 1.

_Sub­stan­tivum_: c. 20, 5.

_Szener­ie_, gemalte: c. 4, 9. Spätere be­haupteten, daß schon Agath­ar­chos von Samos für Ais­chy­los die Büh­nen­malern einge­führt habe.

_Tetram­eter_: c. 4, 9. Stets der trochäis­che. Siehe u. Trochäus.

_Tö­tung auf der Bühne_: c. 11, 5. Uns ist nur ein Beispiel, der Selb­st­mord des Aias, er­hal­ten und ein al­ter Erk­lär­er des sophok­leis­chen Dra­mas beze­ich­net dies als eine Sel­tenheit. Doch muß wohl Aris­tote­les zahlre­ichere Fälle vor Au­gen gehabt haben. Wenn Hor. Ars Po­et­ica 185 vorschreibt, daß Medea ihre Kinder nicht vor den Au­gen des Pub­likums töten darf, so mag auch er eine de­rar­tige Tragödie gekan­nt haben, Senecas Medea schei­det als reines Lese­dra­ma aus. Noch am näch­sten kommt für uns der Todess­chrei des gemorde­ten Agamem­non (Ais­chy­los) und der Kly­taimes­tra (Soph. Elek­tra).

_Trime­ter_: c. 1, 5. Stets der jam­bis­che Trime­ter.

_Trochaeus_: c. 12, 2. S. Ana­paest.

_Tragödie_: c. 1. Wenn hi­er nicht Thep­sis, der allen Späteren als der “Erfind­er” der at­tis­chen Tragödie galt, son­dern Ais­chy­los als ihr Be­grün­der er­scheint, so beruht dies auf der richti­gen Er­wä­gung, daß in Wahrheit erst mit der Hinzufü­gung des zweit­en Schaus­piel­ers eine im Di­alog sich vol­lziehende Hand­lung er­möglicht wurde.

/# --, unglück­lich­er Aus­gang der: c. 13, 4. Ein­schließlich der noch erkennbaren Aus­gänge ver­loren­er Tragö­di­en gestal­tet sich das Ver­hält­nis der unglück­lich ver­laufend­en zu den glück­lich en­den­den bei Eu­ripi­des wie 46:16,[100] bei Sophok­les wie 43:24, was (S. 91) das berühmte Urteil über den er­steren kaum recht­fer­ti­gen würde. Ein solch­er Schluß ist je­doch nicht zwin­gend, wenn man be­denkt, daß dem Aris­tote­les ein un­endlich re­ich­haltigeres Beobach­tungs­ma­te­ri­al zu Gebote stand als uns. Es sei aber be­merkt, daß die im Texte gegebene, auf der syrischen Über­set­zung beruhende Fas­sung jene Be­haup­tung im­mer­hin et­was ab­schwächt, denn die bish­erige Über­liefer­ung lautete: “scheint Eu­ripi­des der tragis­chste Dichter zu sein”. #/

_Ver­bum_: c. 20, 6.

_Ver­wun­dun­gen_: c. 11, 5. Falls es sich nicht auch hi­er, wie bei den Tö­tun­gen (s.d.), nur um Vorgänge auf der Bühne han­delte, wofür es kein sicheres Beispiel gibt (“Der ver­wun­dete Odysseus?” s.d.), so wären hi­er al­len­falls das Er­scheinen des blin­den Polyphem im Kyk­lops des Eu­ripi­des und der selb­st­ge­blendete Oidi­pus im Oid. Tyr. des Sophok­les zu nen­nen. Aris­tote­les dürfte aber auch hi­er wieder, wie der Plu­ral zeigt, zahlre­ichere Belege gekan­nt haben.

_Vokal_: S. Selb­st­laut.

_Wasseruhr_ (Klep­sy­dra): c. 7, 3. In athenis­chen wie auch in römis­chen Gerichtsver­hand­lun­gen war den Red­nern eine bes­timmte Zeit­dauer vorgeschrieben, die nach der Wasseruhr be­messen wurde. Zu dem­sel­ben Zwecke ver­wandte man noch im Jahre 1786 in Venedig, wie Goethe berichtet, eine San­duhr. Daß eine de­rar­tige Maßregel je­mals bei ein­er szenis­chen Auf­führung im Ge­brauch gewe­sen sein sollte, ent­behrt jed­er in­neren Wahrschein­lichkeit. Wenn man dies den­noch all­ge­mein angenom­men hat, so geschah dies lediglich auf Grund ein­er falschen, jet­zt in der syrisch-​ara­bis­chen Über­set­zung aber richtig gestell­ten Lesart.

* * * * *

FUßNOTE:

[1] Eine kleine Probe der Be­deu­tung dieser Tex­tesquelle gibt mein Ar­tikel im Philo­lo­gus LXXVI (1920) S. 239--265

[2] Ein erneuter Ver­such, die von Aris­tote­les selb­st nicht aufgezählten zwölf Lö­sun­gen unter die fünf Prob­leme zu verteilen.

[3] Po­et. 7, 2, 1: Aris­tote­les, Im­per­ator nos­ter, om­ni­um ar­tium dic­ta­tor per­petu­us.

[4] Von Hein­rich VI­II. se­he ich aus bekan­nten Grün­den ab.

[5] Vgl. Goethe: “Orig­inal, fahr hin in Dein­er Pracht! Wie würde Dich die Ein­sicht kränken! Wer kann was Kluges, wer was Dummes denken, Das nicht schon tausende vor ihm gedacht?” Aber selb­st dieser Gedanke ist--nicht orig­inell! S. Ter. Eun. 41 nul­lumst iam dic­tum quod non sit dic­tum prius.

[6] Gr. Finsler, Pi­aton und die aris­totelis­che Po­et­ik, Lpz. 1900: “Wenn das wesentliche darin als Pla­tonis­ches Gut erkan­nt ist, so läßt sich von ein­er Kun­stlehre des Aris­tote­les nicht mehr im Sinne ein­er dur­chaus ihm eigen­tüm­lichen The­orie sprechen.”

“Seine Po­et­ik ist der Abglanz eines größeren Ge­stirns und hat ihre Herrschaft durch die Jahrhun­derte nur darum ausüben kön­nen, weil ihre sys­tem­atis­che Zusam­men­fas­sung mehr Ein­druck macht als die zer­streuten Lichter in den pla­tonis­chen Di­alo­gen” u. ähnl. pas­sim.

[7] c. 3, 3. 4. 8, 1. 13, 4. 5. 18, 2. 22, 4. 25, 16.

[8] Hi­er ist die in der Poli­tik (8, 7) ver­sproch­ene, genauere Erk­lärung der Kathar­sis aus­ge­fall­en.

[9] Sprach­lich­er Aus­druck und musikalis­che Kom­po­si­tion.

[10] Szenis­che Ausstat­tung.

[11] Fa­bel, Charak­ter, Gedanken.

[12] S. unter Wasseruhr.

[13] Odyss 19, 394--466, aber es ist dies hi­er nur eine episodis­che Ein­lage, die einen bes­timmten kün­st­lerischen Zweck ver­fol­gt.

[14] S. Na­men­verze­ich­nis unter Kypria.

[15] Soph. Oed. Tyr. 1002 ff.

[16] Eur. Medea 1225 ff.

[17] Soph. Antig. 1281 ff.

[18] Eur. Iphig. Aulid. 1213 ff. und 1368 ff.

[19] Eur. Medea 1310 ff.

[20] Homer Il­ias 2, 155 ff.

[21] Vgl. Oed. Tyr. 103 ff. Vgl. c. 24, 9.

[22] Homer, Od. 19, 386-475.

[23] a.a.O. 21, 207--227.

[24] a.a.O. 19.

[25] Eu­rip. Iph. Taur. 566 ff. 747--785.

[26] a.a.O. 795--821. 796 “Was sagst Du? Hast Du einen Be­weis dafür?”

[27] Homer, Odyss. 8, 521 ff. 9, I ff.27: Homer, Odyss. 8, 521 ff. 9, I ff.

[28] Aisch. Choeph. 168 ff.

[29] 1002 ff.

[30] Eur. Iph. Taur. 566 ff.

[31] Tau­ros (Krim).

[32] Artemis.

[33] Eur. Iphig. Taur. 20 ff.

[34] Orestes.

[35] Apol­lo.

[36 33] a.a.O. 77 ff. 912 ff. 952 ff.

[37] c. 16, 2.

[38] a.a.O. 274 ff.

[39] a.a.O. 1130 ff.

[40] Odysseus.

[41] Po­sei­don.

[42] Telema­chos.

[43] Telema­chos, Eu­maios, der Sauhirt, Philoitios, der Rinder­hirt, Eu­ryk­leia, die Amme des Odysseus.

[44] Il­ias 1, 1.

[45] Die Stelle ist in allen Hss als zweite Def­ini­tion des Binde­worts wörtlich wieder­holt, wo sie aber in der syrisch-​ara­bis­chen Über­set­zung fehlt. Eine be­friedi­gende Erk­lärung des Sinnes der bei­den Def­ini­tio­nen ist bish­er nicht erzielt wor­den.

[46] “Men­sch (ist) ein auf dem Lande leben­des, zweifüßiges, ver­nun­ft­be­gabtes We­sen”. So Aris­tote­les öfter, in­dem das Prädikat als Ap­po­si­tion gefaßt wird.

[47] Homer, Odyssee 1, 185. 24, 308.

[48] Homer, Il­ias 2, 272.

[49] Empe­dok­les, Fragm. 138. 143 D.

[50] Tim­oth­eos Fragm. 22 Wil­am.

[51] Empe­dok­les Fragm. 152 D.

[52] Un­bekan­nter Herkun­ft. Vielle­icht eben­falls von Tim­oth­eos oder von Empe­dok­les.

[53] Die Form ist zweifel­haft (ernygé, érnytes?) und son­st nicht nach­weis­bar.

[54] Hom. Il­ias 1, 11. 94. 5, 78.

[55] Empe­dok­les Fragm. 88 D.

[56] Homer, Il­ias, 5, 393.

[57] Kleob­uli­na Fragm. 2 Bgk. Es ist der Schröpfkopf gemeint.

[58] Vgl. das bekan­nte: In Weimar und Je­na macht man Hex­am­eter wie den da. Aber die Pen­tame­ter sind noch viel ab­scheulich­er.

[59] ˘̅ beze­ich­net die falsche Ver­längerung.

[60] Dieser ange­bliche Vers ist nicht ein­wand­frei tiber­liefert, doch ist der Sinn für die Sache be­lan­glos.

[61] Hom. Odyss. 9, 515.

[62] Hom. Odyss. 20, 259.

[63] Hom. Il­ias 17, 265.

[64] Nicht mehr nach­weis­bar. Ähn­lich je­doch Eur. Hec. 665, An­dr. 63 (dómōn, statt domátōn, apó).

[65] Sehr oft und nicht nur bei Tragik­ern.

[66] Eben­falls häu­fig. Bei­de zusam­men in Eur. Or­est 1642. _pros sethen, ego nin_.

[67] Dieses Beispiel der Anas­tro­phe ist nicht mehr nachzuweisen. Ver­mut­lich später hinzuge­fügt oder nach dem er­sten zu stellen. _perí_ eigentlich = über, um.

[68] Homer, Il­ias 2, 479--779.

[69] S. unter Il­ias, die Kleine.

[70] Il­ias 22, 198 ff.

[71] Il­ias 22, 205: “Seinen Völk­ern wink­te ab mit dem Haupte Achilles.”

[72] Odyssee 19, 164--260. Vgl. 203: “Viele der Wahrheit äh­nel­nde Lü­gen erzählte Odysseus.” Pene­lope schloß aus der Wahrheit von 220--248, daß nun auch, die Erzäh­lung in 164--200 wahr sei, was nicht der Fall war.

[73] Soph. Oed. Tyr. 103 ff.

[74] Soph. Elekt. 681 ff.

[75] Tele­phos.

[76] Homer, Odyssee 18, 119 ff.

[77] Siehe Sachverze­ich­nis unter dem Worte.

[78] Siehe c. 24, 7.

[79] Pin­dar, Olymp. 3, 52, sowie an­dere Dichter und Kün­stler.

[80] Xeno­phanes Fragm. 34 D. “Und was nun die Wahrheit be­trifft, so gab es und wird es Nie­mand geben, der sie wüßte in bezug auf die Göt­ter.”

[81] Homer Il­ias 10, 152 f.

[82] Homer Il­ias, 1, 50 “_Aber die Mäuler zuerst_ griff er an und die eilen­den Hunde.”

[83] Il­ias 10, 316. _Der_--_häßlich_, je­doch gar hur­tigen Fußes.

[84] Il­ias 9, 202.

[85] Il­ias 10, 11--13 “_Siehe_--_Felde_” 12 staunte er ... 13 “_ob der Sy­rin­gen und Pfeifen Getön und der Menge_ der Men­schen”.

[86] Il­ias 18, 489. Odyss. 5, 275: “_Es_ (das Bärenge­stirn), _das allein nicht teil­nimmt_ am Bad in den Fluten des Meeres.”

[87] Il­ias, 2, 15. So im Home­rtext des Aris­tote­les, in un­serem ste­ht der Hal­bvers 21, 297, dort ein ganz an­der­er. S. Prob­leme.

[88] Il­ias, 23, 328.

[89] Empe­dok­les, Fragm. 35, 14 f, D. (I³ 240). 89: Empe­dok­les, Fragm. 35, 14 f, D. (I³ 240).

[90] Il­ias 10, 252f. Von--Teil. Zwei der Teile, je­doch der dritte Teil blieb noch übrig.

[91] Il­ias 21, 592.

[92] Il­ias 20, 234.

[93] Nach Il­ias 6, 341.

[94] Il­ias 20, 272, wo statt “ehern” “es­chen” über­liefert ist, S. unter “Prob­leme”.

[95] Odyssee 4, 1--619.

[96] Eur. Medea 658.

[97] Vgl. c. 15.

[98] Ein Wort­spiel, denn kalliás ist ein Wort für Affe und zu­gle­ich ein häu­figer Eigen­name.

[99] All­bekan­nte Na­men, wie Athen­er, Ar­got, Alk­ib­iades u.a. sind hi­er nicht aufgenom­men, falls nicht ein beson­der­er Grund vor­lag.

[100] Dabei habe ich die Alkestis, den Orestes und den Rhe­sos, sowie natür­lich die Satyr­dra­men nicht mit­gerech­net, auch nicht die zweifel­haften Fälle deren es eine kleine An­zahl gibt. Ais­chy­los kommt we­gen der tril­ogiso­han Verknüp­fung sein­er Dra­men hi­er kaum in Be­tra­cht.

End of the Project Guten­berg EBook of Uber die Dichtkun­st, by Aris­tote­les

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1.E.5. Do not copy, dis­play, per­form, dis­tribute or re­dis­tribute this elec­tron­ic work, or any part of this elec­tron­ic work, with­out promi­nent­ly dis­play­ing the sen­tence set forth in para­graph 1.E.1 with ac­tive links or im­me­di­ate ac­cess to the full terms of the Project Guten­berg-​tm Li­cense.

1.E.6. You may con­vert to and dis­tribute this work in any bi­na­ry, com­pressed, marked up, non­pro­pri­etary or pro­pri­etary form, in­clud­ing any word pro­cess­ing or hy­per­text form. How­ev­er, if you pro­vide ac­cess to or dis­tribute copies of a Project Guten­berg-​tm work in a for­mat oth­er than “Plain Vanil­la ASCII” or oth­er for­mat used in the of­fi­cial ver­sion post­ed on the of­fi­cial Project Guten­berg-​tm web site (www.guten­berg.net), you must, at no ad­di­tion­al cost, fee or ex­pense to the us­er, pro­vide a copy, a means of ex­port­ing a copy, or a means of ob­tain­ing a copy up­on re­quest, of the work in its orig­inal “Plain Vanil­la ASCII” or oth­er form. Any al­ter­nate for­mat must in­clude the full Project Guten­berg-​tm Li­cense as spec­ified in para­graph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for ac­cess to, view­ing, dis­play­ing, per­form­ing, copy­ing or dis­tribut­ing any Project Guten­berg-​tm works un­less you com­ply with para­graph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a rea­son­able fee for copies of or pro­vid­ing ac­cess to or dis­tribut­ing Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic works pro­vid­ed that

- You pay a roy­al­ty fee of 20% of the gross prof­its you de­rive from the use of Project Guten­berg-​tm works cal­cu­lat­ed us­ing the method you al­ready use to cal­cu­late your ap­pli­ca­ble tax­es. The fee is owed to the own­er of the Project Guten­berg-​tm trade­mark, but he has agreed to do­nate roy­al­ties un­der this para­graph to the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion. Roy­al­ty pay­ments must be paid with­in 60 days fol­low­ing each date on which you pre­pare (or are legal­ly re­quired to pre­pare) your pe­ri­od­ic tax re­turns. Roy­al­ty pay­ments should be clear­ly marked as such and sent to the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion at the ad­dress spec­ified in Sec­tion 4, “In­for­ma­tion about do­na­tions to the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion.”

- You pro­vide a full re­fund of any mon­ey paid by a us­er who no­ti­fies you in writ­ing (or by e-​mail) with­in 30 days of re­ceipt that s/he does not agree to the terms of the full Project Guten­berg-​tm Li­cense. You must re­quire such a us­er to re­turn or de­stroy all copies of the works pos­sessed in a phys­ical medi­um and dis­con­tin­ue all use of and all ac­cess to oth­er copies of Project Guten­berg-​tm works.

- You pro­vide, in ac­cor­dance with para­graph 1.F.3, a full re­fund of any mon­ey paid for a work or a re­place­ment copy, if a de­fect in the elec­tron­ic work is dis­cov­ered and re­port­ed to you with­in 90 days of re­ceipt of the work.

- You com­ply with all oth­er terms of this agree­ment for free dis­tri­bu­tion of Project Guten­berg-​tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or dis­tribute a Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic work or group of works on dif­fer­ent terms than are set forth in this agree­ment, you must ob­tain per­mis­sion in writ­ing from both the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion and Michael Hart, the own­er of the Project Guten­berg-​tm trade­mark. Con­tact the Foun­da­tion as set forth in Sec­tion 3 be­low.

1.F.

1.F.1. Project Guten­berg vol­un­teers and em­ploy­ees ex­pend con­sid­er­able ef­fort to iden­ti­fy, do copy­right re­search on, tran­scribe and proof­read pub­lic do­main works in cre­at­ing the Project Guten­berg-​tm col­lec­tion. De­spite these ef­forts, Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic works, and the medi­um on which they may be stored, may con­tain “De­fects,” such as, but not lim­it­ed to, in­com­plete, in­ac­cu­rate or cor­rupt da­ta, tran­scrip­tion er­rors, a copy­right or oth­er in­tel­lec­tu­al prop­er­ty in­fringe­ment, a de­fec­tive or dam­aged disk or oth­er medi­um, a com­put­er virus, or com­put­er codes that dam­age or can­not be read by your equip­ment.

1.F.2. LIM­IT­ED WAR­RAN­TY, DIS­CLAIMER OF DAM­AGES - Ex­cept for the “Right of Re­place­ment or Re­fund” de­scribed in para­graph 1.F.3, the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion, the own­er of the Project Guten­berg-​tm trade­mark, and any oth­er par­ty dis­tribut­ing a Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic work un­der this agree­ment, dis­claim all li­abil­ity to you for dam­ages, costs and ex­pens­es, in­clud­ing le­gal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REME­DIES FOR NEG­LI­GENCE, STRICT LI­ABIL­ITY, BREACH OF WAR­RAN­TY OR BREACH OF CON­TRACT EX­CEPT THOSE PRO­VID­ED IN PARA­GRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUN­DA­TION, THE TRADE­MARK OWN­ER, AND ANY DIS­TRIB­UTOR UN­DER THIS AGREE­MENT WILL NOT BE LI­ABLE TO YOU FOR AC­TU­AL, DI­RECT, IN­DI­RECT, CON­SE­QUEN­TIAL, PUNI­TIVE OR IN­CI­DEN­TAL DAM­AGES EVEN IF YOU GIVE NO­TICE OF THE POS­SI­BIL­ITY OF SUCH DAM­AGE.

1.F.3. LIM­IT­ED RIGHT OF RE­PLACE­MENT OR RE­FUND - If you dis­cov­er a de­fect in this elec­tron­ic work with­in 90 days of re­ceiv­ing it, you can re­ceive a re­fund of the mon­ey (if any) you paid for it by send­ing a writ­ten ex­pla­na­tion to the per­son you re­ceived the work from. If you re­ceived the work on a phys­ical medi­um, you must re­turn the medi­um with your writ­ten ex­pla­na­tion. The per­son or en­ti­ty that pro­vid­ed you with the de­fec­tive work may elect to pro­vide a re­place­ment copy in lieu of a re­fund. If you re­ceived the work elec­tron­ical­ly, the per­son or en­ti­ty pro­vid­ing it to you may choose to give you a sec­ond op­por­tu­ni­ty to re­ceive the work elec­tron­ical­ly in lieu of a re­fund. If the sec­ond copy is al­so de­fec­tive, you may de­mand a re­fund in writ­ing with­out fur­ther op­por­tu­ni­ties to fix the prob­lem.

1.F.4. Ex­cept for the lim­it­ed right of re­place­ment or re­fund set forth in para­graph 1.F.3, this work is pro­vid­ed to you 'AS-​IS' WITH NO OTH­ER WAR­RANTIES OF ANY KIND, EX­PRESS OR IM­PLIED, IN­CLUD­ING BUT NOT LIM­IT­ED TO WAR­RANTIES OF MER­CHAN­TIBIL­ITY OR FIT­NESS FOR ANY PUR­POSE.

1.F.5. Some states do not al­low dis­claimers of cer­tain im­plied war­ranties or the ex­clu­sion or lim­ita­tion of cer­tain types of dam­ages. If any dis­claimer or lim­ita­tion set forth in this agree­ment vi­olates the law of the state ap­pli­ca­ble to this agree­ment, the agree­ment shall be in­ter­pret­ed to make the max­imum dis­claimer or lim­ita­tion per­mit­ted by the ap­pli­ca­ble state law. The in­va­lid­ity or un­en­force­abil­ity of any pro­vi­sion of this agree­ment shall not void the re­main­ing pro­vi­sions.

1.F.6. IN­DEM­NI­TY - You agree to in­dem­ni­fy and hold the Foun­da­tion, the trade­mark own­er, any agent or em­ploy­ee of the Foun­da­tion, any­one pro­vid­ing copies of Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic works in ac­cor­dance with this agree­ment, and any vol­un­teers as­so­ci­at­ed with the pro­duc­tion, pro­mo­tion and dis­tri­bu­tion of Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic works, harm­less from all li­abil­ity, costs and ex­pens­es, in­clud­ing le­gal fees, that arise di­rect­ly or in­di­rect­ly from any of the fol­low­ing which you do or cause to oc­cur: (a) dis­tri­bu­tion of this or any Project Guten­berg-​tm work, (b) al­ter­ation, mod­ifi­ca­tion, or ad­di­tions or dele­tions to any Project Guten­berg-​tm work, and (c) any De­fect you cause.

Sec­tion 2. In­for­ma­tion about the Mis­sion of Project Guten­berg-​tm

Project Guten­berg-​tm is syn­ony­mous with the free dis­tri­bu­tion of elec­tron­ic works in for­mats read­able by the widest va­ri­ety of com­put­ers in­clud­ing ob­so­lete, old, mid­dle-​aged and new com­put­ers. It ex­ists be­cause of the ef­forts of hun­dreds of vol­un­teers and do­na­tions from peo­ple in all walks of life.

Vol­un­teers and fi­nan­cial sup­port to pro­vide vol­un­teers with the as­sis­tance they need, is crit­ical to reach­ing Project Guten­berg-​tm's goals and en­sur­ing that the Project Guten­berg-​tm col­lec­tion will re­main freely avail­able for gen­er­ations to come. In 2001, the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion was cre­at­ed to pro­vide a se­cure and per­ma­nent fu­ture for Project Guten­berg-​tm and fu­ture gen­er­ations. To learn more about the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion and how your ef­forts and do­na­tions can help, see Sec­tions 3 and 4 and the Foun­da­tion web page at http://www.pglaf.org.

Sec­tion 3. In­for­ma­tion about the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion

The Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion is a non prof­it 501(c)(3) ed­uca­tion­al cor­po­ra­tion or­ga­nized un­der the laws of the state of Mis­sis­sip­pi and grant­ed tax ex­empt sta­tus by the In­ter­nal Rev­enue Ser­vice. The Foun­da­tion's EIN or fed­er­al tax iden­ti­fi­ca­tion num­ber is 64-6221541. Its 501(c)(3) let­ter is post­ed at http://pglaf.org/fundrais­ing. Con­tri­bu­tions to the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion are tax de­ductible to the full ex­tent per­mit­ted by U.S. fed­er­al laws and your state's laws.

The Foun­da­tion's prin­ci­pal of­fice is lo­cat­ed at 4557 Melan Dr. S. Fair­banks, AK, 99712., but its vol­un­teers and em­ploy­ees are scat­tered through­out nu­mer­ous lo­ca­tions. Its busi­ness of­fice is lo­cat­ed at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email busi­ness@pglaf.org. Email con­tact links and up to date con­tact in­for­ma­tion can be found at the Foun­da­tion's web site and of­fi­cial page at http://pglaf.org

For ad­di­tion­al con­tact in­for­ma­tion: Dr. Gre­go­ry B. New­by Chief Ex­ec­utive and Di­rec­tor gb­new­by@pglaf.org

Sec­tion 4. In­for­ma­tion about Do­na­tions to the Project Guten­berg Lit­er­ary Archive Foun­da­tion

Project Guten­berg-​tm de­pends up­on and can­not sur­vive with­out wide spread pub­lic sup­port and do­na­tions to car­ry out its mis­sion of in­creas­ing the num­ber of pub­lic do­main and li­censed works that can be freely dis­tribut­ed in ma­chine read­able form ac­ces­si­ble by the widest ar­ray of equip­ment in­clud­ing out­dat­ed equip­ment. Many small do­na­tions ($1 to $5,000) are par­tic­ular­ly im­por­tant to main­tain­ing tax ex­empt sta­tus with the IRS.

The Foun­da­tion is com­mit­ted to com­ply­ing with the laws reg­ulat­ing char­ities and char­ita­ble do­na­tions in all 50 states of the Unit­ed States. Com­pli­ance re­quire­ments are not uni­form and it takes a con­sid­er­able ef­fort, much pa­per­work and many fees to meet and keep up with these re­quire­ments. We do not so­lic­it do­na­tions in lo­ca­tions where we have not re­ceived writ­ten con­fir­ma­tion of com­pli­ance. To SEND DO­NA­TIONS or de­ter­mine the sta­tus of com­pli­ance for any par­tic­ular state vis­it http://pglaf.org

While we can­not and do not so­lic­it con­tri­bu­tions from states where we have not met the so­lic­ita­tion re­quire­ments, we know of no pro­hi­bi­tion against ac­cept­ing un­so­licit­ed do­na­tions from donors in such states who ap­proach us with of­fers to do­nate.

In­ter­na­tion­al do­na­tions are grate­ful­ly ac­cept­ed, but we can­not make any state­ments con­cern­ing tax treat­ment of do­na­tions re­ceived from out­side the Unit­ed States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Guten­berg Web pages for cur­rent do­na­tion meth­ods and ad­dress­es. Do­na­tions are ac­cept­ed in a num­ber of oth­er ways in­clud­ing in­clud­ing checks, on­line pay­ments and cred­it card do­na­tions. To do­nate, please vis­it: http://pglaf.org/do­nate

Sec­tion 5. Gen­er­al In­for­ma­tion About Project Guten­berg-​tm elec­tron­ic works.

Pro­fes­sor Michael S. Hart is the orig­ina­tor of the Project Guten­berg-​tm con­cept of a li­brary of elec­tron­ic works that could be freely shared with any­one. For thir­ty years, he pro­duced and dis­tribut­ed Project Guten­berg-​tm eBooks with on­ly a loose net­work of vol­un­teer sup­port.

Project Guten­berg-​tm eBooks are of­ten cre­at­ed from sev­er­al print­ed edi­tions, all of which are con­firmed as Pub­lic Do­main in the U.S. un­less a copy­right no­tice is in­clud­ed. Thus, we do not nec­es­sar­ily keep eBooks in com­pli­ance with any par­tic­ular pa­per edi­tion.

Most peo­ple start at our Web site which has the main PG search fa­cil­ity:

http://www.guten­berg.net